Object: Deutschlands chemische Industrie

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Kaiser Wilhelm-Institut für Kohlenforschung in Mülheim a. d. Ruhr. 
Wir sind am Ende unserer Betrachtungen. Der Schluss 
Wanderer im Gebirge hat eine ansehnliche Höhe er 
stiegen und erblickt vor seinem geistigen Auge den ver 
schlungenen mühsamen Pfad, der ihn aus der Dürre 
der mittelalterlichen Erkenntnis in die fruchtbaren Ge 
filde der Gegenwart geführt hat. Mit Benutzung aller 
geistigen und technischen Hilfsmittel hat er den Weg 
gebahnt. Die Leuchte der Wissenschaft in der Hand, 
durchdringt er die Geheimnisse der Natur, die Magnet 
nadel der chemischen Theorien führt ihn von Entdeckung 
zu Entdeckung in den eroberten Gebieten, deren Grenzen 
er mit den Waffen des gewerblichen Rechtsschutzes 
gegen das Ausland verteidigt. Mit einer Kapitalrüstung 
der Unternehmungen von über 700 Millionen und einer 
Reserve von über 250 Millionen Mark,*) einem Heer von 
250000 Arbeitern, dessen Jahressold über 300 Millionen 
*) Im Jahre 1912 wurden die Bilanzen von 195 Aktien-Gesell- 
schaften mit einem eingezahlten Kapital von 710,1 Millionen Mark 
veröffentlicht. Diese verteilten an die Aktionäre 109,05 Millionen 
Mark oder durchschnittlich 15,63 Prozent. Ausser dem Aktien 
kapital arbeiteten in diesen Gesellschaften noch 266 Millionen Mark 
sichtbare Reserven und 169 Millionen Mark Obligationen und Hypo 
theken; das sind insgesamt 1145 Millionen Mark, auf die an Divi 
denden und Zinsen 115,8 Millionen Mark ausgezahlt wurden. Da 
raus ergibt sich eine Durchschnittsverzinsung von 10,12 Prozent 
des investierten Kapitals. 
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