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ganz und gar nicht die gleichen Wirthschaftsmittel, Arheits-
und Capitalaufwendungen, zu Grunde liegen.
Hiemit sind wir aber bei einem Punkt angelangt, der in
der Ricardoschen Ansicht der befremdlichste ist und am aller-
ehesten hätte dahin führen sollen, die Irrthümer dieser Theorie
zu erkennen. Dasselbe, was durch die Ausdehnung der Acker-
cultur auf schlechteren Boden bewirkt werde, soll auch cin-
treten, wenn statt dessen der ursprünglich fruchtbarste Boden
mit Aufwendung von mehr Capital in verhältnissmässig weniger
ergiebiger Weise ausgenutzt wird. Die Hinzufügung neuer
Wirthschaftsmittel soll nicht soviel liefern als die alten Mittel
von gleichem Umfang. Der neue Zusatz von Arbeit und Capital
wird als unergiebiger vorausgesetzt, als die vorangehende Capi-
talzuführung. Die Verlegenheit und das Drängen der Bevölke
rung gelten auch hier als die eigentlich treibende Ursache. Im
Sinne Ricardos würde man sicherlich kein Capital ungünstiger
als früher an wenden, wenn nicht die Verhältnisse in diese Ver
wendungsrichtung trieben. In diesem neuen Stadium zeigt es
sich nun aber, wie das zuletzt angebrachte Capital dieselbe
Rolle spielt, welche sonst dem auf dem schlechtesten Boden
wirksamen Capital zugetheilt wurde. Fasst man beide Gesichts
punkte zusammen, so wird aller Boden für den Anbau un
günstiger. Der neue Boden ist der unfruchtbarste, weil es ihm
an Pflanzennährstoffen fehlt; der alte Boden wird als mit Capital
soweit gesättigt angesehen, dass ein neuer Zusatz von Wirth-
schaftsmitteln nur noch eine verhältnissmässig schwächere Ver
mehrung des Ertrages ergeben könne. In diesem letzteren Fall
soll für den Eigenthümer ebenfalls eine Rente entstehen, die
sonst noch gar nicht vorhanden war. Da es nach Ricardos
Meinung nicht zweierlei Gewinnsätze vom Capital geben kann,
so muss das zuerst aufgewendete Capital jetzt eigentliche Rente
übrig lassen, und der Grundherr soll im Stande sein, sich diesen
Uebcrschuss in Gestalt eines Thcils der Pacht zu sichern. Die
Ungunst in der Verwendung der Mittel ist hier wiederum der
Grund der Entstehung des eigenthümlichen Rentenbestandtlieils.
Die Fruchtbarkeit in ihrem natürlichen und unzweideutigen
Begriff tritt ein wenig zurück und macht einer solchen Vor
stellung von der Ergiebigkeit Platz, wie sie sehr leicht zn
Täuschungen führen kann. Ricardo selbst hat offenbar nichts
weiter als die Annahme im Auge gehabt, dass vermöge der