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wird. Guter Boden pflegt erfahrungsgemäss den Mehraufwand besser
bezahlt zu machen, als leichter Boden. Ausserdem kann auch der
Uebergang zu einem intensiveren Betriebe bei gleichen Preisen ete,
Yorgenommen werden auf Grund von Fortschritten in der Wissen-
schaft, Vervollkommnung in der Technik, verbesserter Organisation
der Arbeit, wofür das letzte Jahrhundert schlagende Beweise geliefert
hat. Man braucht nur an die verbesserte Düngung zu denken, be-
sonders durch künstliche Düngmittel, infolge der Erkenntnis, worin die
Dungkraft der einzelnen Materialien besteht, und auf der Feststellung
durch die chemische Analyse, in welchen Gegenständen die Pflanzen-
nährstoffe enthalten sind; dann an die verbesserte Ernährung der
Tiere infolge der physiologischen Feststellung, was das Tier zur Fett-
ablagerung, Milchsekretion ete. gebraucht, wieviel Protein- und Stärke-
substanzen in den einzelnen Futtermitteln enthalten sind ; an die ratio-
nelleren Fruchtfolgen auf Grund der Erforschung der Wachstumsbe-
dingungen der Pflanzen, ihrer Aschenbestandteile und Ansprüche an
den Boden. Dadurch ist es möglich geworden, dass in den ersten
Dreivierteln des letzten Jahrhunderts die Reinerträge der Landwirtschaft
weit stärker gestiegen sind, als.die Preise der landwirtschaftlichen
Produkte, und auch in dem letzten Viertel das Niveau des Rein-
zewinnes nicht in dem gleichen Masse gedrückt ist, wie das Preis-
niveau, verschärft durch das Steigen der Löhne. So ist im allgemeinen
lie Ricardo’sche Lehre, dass die mehr aufgewendeten Kosten einen
immer grösseren Prozentsatz des Reinertrages absorbieren, auch in der
Praxis zu beobachten.
8 7.
Die Thünen’sche Lehre.
| Aus dem oben Gesagten geht hervor, dass jeder Grad der In-
tensität des Betriebes und damit jedes Wirtschaftssystem nur unter
bestimmten natürlichen und volkswirtschaftlichen Verhältnissen den
höchsten Reinertrag abwerfen wird, wenn dabei natürlich auch ein ge-
wisser Spielraum bleibt. Es ist das grosse Verdienst des mecklen-
burgischen Gutsbesitzers Heinrich von Thünen auf Tellow diesen
Satz zuerst aufgestellt und wissenschaftlich begründet zu haben. Es
geschah dieses in seinem Werke „Der isolierte Staat in Beziehung zu
Landwirtschaft und Nationalökonomie“, Rostock 1826, zweite Auflage
1842. Er suchte in einer Abstraktion die Wirkung einer Preisver-
änderung der Produkte auf das Wirtschaftssystem klar zu legen, indem
er alle übrigen Faktoren, welche das wirtschaftliche Leben beein-
Aussen, unverändert lässt, bis auf die Entfernung des Grundstückes
vom Markte. Er nahm eine völlige Ebene mit gleichem Boden, ohne
einen schiffbaren Strom, ohne Eisenbahnen und sonstige Kunststrassen
als Untersuchungsobjekt an, in ihrer Mitte einen einzigen Marktort,
der allein die Ueberschüsse der Landwirtschaft aufnimmt, während das
Land durch eine Wüste von dem Verkehr mit anderen "Territorien
abgeschlossen ist. Unter solchen Verhältnissen werden nun, wie er
Aeigt, in dem ganzen Lande die Preise der landwirtschaftlichen Pro-
dukte gleich denen in der Stadt sein, nach Abzug der Transportkosten
vom Produktionsorte nach der Stadt. Je grösser die Entfernung vom
Chünens iso-
jerter Staat.