fullscreen: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

immer mehr herunter. Sie stellten die Dividendenver- 
teilungen ein, und eine große Anzahl von ihnen steuerte 
rasch dem Punkt zu, wo die Anteilbesitzer nicht nur 
keine Verzinsung ihres Kapitals mehr erhielten, son- 
dern froh sein mußten, wenn sie nicht noch einen Teil 
ihres Kapitals einbüßten. 
Und für diese Lage der Dinge gab es keinerlei ver- 
nünftigen Grund. Für J. P. Morgan war das so klar 
wie der Tag. Nach seiner Ansicht war nur unsach- 
gemäße Geschäftsführung an allem schuld. 
Die Eisenbahngesellschaften waren fast andauernd 
im Kriegszustand. Es war ein verderblicher, wilder 
Krieg, der in allem, ausgenommen den Verlust an 
Menschenleben, genau soviel kostete wie ein Krieg 
mit Gewehren und Geschützen, und Morgans Ge- 
schäftsfreunde hatten die Kosten zu zahlen — und sie 
zahlten. Die Kriege wurden Jahr für Jahr verderb- 
licher und kostspieliger. Die Lage war unerträglich. 
Die Öffentlichkeit im Osten des Landes hatte durch 
ihre Banken große Mengen von Eisenbahnaktien ge- 
kauft, denn der gesunde Menschenverstand konnte 
sich keine sicherere Methode für die rutzbringende 
Anlage von flüssigem Kapital vorstellen. Existenzen 
ruhiger Leute im fernen England stützten sich, oder 
glaubten sich zu stützen, auf die Verzinsung ihres in 
amerikanischen Eisenbahnen investierten Geldes. Diese 
Engländer meinten, sie hätten Anteil an der wirt- 
schaftlichen Eroberung und Entwicklung der außer- 
ordentlich reichen Neuen Welt. Ihr Glaube machte 
den größten Eindruck auf Morgan, da die Ehre seines 
Londoner Hauses auf dem Spiele stand. Wenn die 
englischen Kapitalisten mit eigenen Augen gesehen 
hätten, wie die Eisenbahngesellschaften der damaligen 
Zeit ihr Geld in ein Danaidenfaß schütteten — sie 
hätten den Schrecken wohl nicht überlebt. 
Q7
	        
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