immer mehr herunter. Sie stellten die Dividendenver-
teilungen ein, und eine große Anzahl von ihnen steuerte
rasch dem Punkt zu, wo die Anteilbesitzer nicht nur
keine Verzinsung ihres Kapitals mehr erhielten, son-
dern froh sein mußten, wenn sie nicht noch einen Teil
ihres Kapitals einbüßten.
Und für diese Lage der Dinge gab es keinerlei ver-
nünftigen Grund. Für J. P. Morgan war das so klar
wie der Tag. Nach seiner Ansicht war nur unsach-
gemäße Geschäftsführung an allem schuld.
Die Eisenbahngesellschaften waren fast andauernd
im Kriegszustand. Es war ein verderblicher, wilder
Krieg, der in allem, ausgenommen den Verlust an
Menschenleben, genau soviel kostete wie ein Krieg
mit Gewehren und Geschützen, und Morgans Ge-
schäftsfreunde hatten die Kosten zu zahlen — und sie
zahlten. Die Kriege wurden Jahr für Jahr verderb-
licher und kostspieliger. Die Lage war unerträglich.
Die Öffentlichkeit im Osten des Landes hatte durch
ihre Banken große Mengen von Eisenbahnaktien ge-
kauft, denn der gesunde Menschenverstand konnte
sich keine sicherere Methode für die rutzbringende
Anlage von flüssigem Kapital vorstellen. Existenzen
ruhiger Leute im fernen England stützten sich, oder
glaubten sich zu stützen, auf die Verzinsung ihres in
amerikanischen Eisenbahnen investierten Geldes. Diese
Engländer meinten, sie hätten Anteil an der wirt-
schaftlichen Eroberung und Entwicklung der außer-
ordentlich reichen Neuen Welt. Ihr Glaube machte
den größten Eindruck auf Morgan, da die Ehre seines
Londoner Hauses auf dem Spiele stand. Wenn die
englischen Kapitalisten mit eigenen Augen gesehen
hätten, wie die Eisenbahngesellschaften der damaligen
Zeit ihr Geld in ein Danaidenfaß schütteten — sie
hätten den Schrecken wohl nicht überlebt.
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