fullscreen: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

Im Jahresdurchschnitt würde das abgerundet einen Kochsalzverkauf von 
501 501 Zentner ergeben. In derselben Wirtschastsperiode stellte sich der Stein 
salzverkauf auf 393 038 Zentner, was einen Jahresdurchschnitt abgerundet 
von 131013 Zentnern ergibt. Der Umsatz an Viehsalz unter teilweiser 
Benutzung als Düngemittel bezifferte sich in derselben Zeit auf 109 419 
Zentner, im Jahresdurchschnitt hiernach auf 36 473 Zentner. Es sei bemerkt, 
daß die auf der Saline Sulz gewonnene sogenannte Hallerde, die als Dünge 
mittel verwendet wurde, in dieser Umsatzübersicht nicht mitenthalten ist. Stellt 
man die jährlichen Durchschnitte der Salzverkäufe in einer Uebersicht zusammen, 
so ergibt sich folgendes Bild: 
Kochsalz 501 501 Ztr. 
Steinsalz 131013 „ 
Nebenprodukte 36 873 „ 
Insgesamt: 668 887 Ztr. 
Stellt man dieser tatsächlichen Verbrauchsziffer die geschätzte von 725 000 
Zentner gegenüber, so ergibt sich ein nicht unbeträchtlicher Fehlbetrag, der es 
immerhin rechtfertigte, nach den wirtschaftlichen Ursachen dieser Erscheinung zu 
forschen. Es bleibt weiter zu berücksichtigen, daß in der gegebenen Salzver 
brauchsziffer der Verkauf nach dem Ausland einbegriffen ist. Dieser Auslands 
bedarf war recht erheblich und berechnete sich für die Schweiz allein auf 
661416 Zentner in der hier betrachteten Periode von 1844/47. Es entfallen 
hiernach ans den Jahresdurchschnitt 220 472 Zentner. Ferner muß der württem- 
bergische Salzabsatz in das deutsche Zollvereiusgebiet berücksichtigt werden, wo 
bei lediglich Rheinbayern auszuschließen ist, das in der Hauptsache durch bayri 
sches Salz aus Berchtesgaden versorgt wurde. Der Salzverkauf Württembergs 
nach dem Zollvereinsgebiet belief sich in der betrachteten Finauzperiode auf 
113 381 Zentner oder im Durchschnitt auf 37 794 Zentner. Unter Berücksichtigung 
dieser Sachlage ergab sich für Württemberg allein ein tatsächlicher Salzverbrauch 
von 410 621 Zentner im Jahr, was gegenüber dem verrechneten möglichen 
Verbrauch von 725 000 Zentner einen ganz erheblichen Minderbetrag darstellte. 
Legte man diesen Ermittelungen die damalige Württembergische Bevölkerungs 
ziffer von 1 739 706 Seelen und einen Tierbestand von 1500 000 Stück zu 
Grunde, so entfielen auf den Kopf 12,6 Pfund Salzverbrauch anstatt 22,4 Pfund. 
Letzterer Verbrauch erscheint etwas hoch beziffert. 
In der Gegenwart hat sich nun dieser Salzverbrauch auf den Kopf der 
Bevölkerung um erheblich mehr als die Hälfte gehoben. In unserer Zeit spielt 
der Verbrauch von Gewerbesalz weitaus die Hauptrolle. Aber auch der Ver 
brauch von Viehsalz als Leckslein ist in der Landwirtschaft recht erheblich, wenn 
hier auch in den letzten Jahren keine beträchtliche Zunahme in der Anwendung 
zu beobachten ist. Dagegen zeigt der Verbrauch an Dungsalz nur geringen 
Umfang. Die in den ersten Jahrzehnten an die Salzdüngung geknüpften Hoff 
nungen stellten sich bald als verfrüht heraus, da die landwirtschaftliche Anwen 
dung des Dungsalzes nur in sehr wenigen Fällen von Erfolg ist. Das Dung 
salz darf heute durch die Kalidüngung als fast verdrängt gelten. Dagegen 
findet das abgabenfrei verabfolgte Gewerbesalz in Industrie und Gewerbe stei 
gende Verwendung. Die gesamte Steinsalzgewinnung hat im wesentlichen diesen 
Verbrauch zur Grundlage. Für Gewerbesalz sind die Soda- und Glaubersalz 
fabriken die Hauptabnehmer.
	        
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