Einrichtungen der Fernsprechvermittelungsanstalten.
Prinzip mit dem eben beschriebenen Apparat überein, welcher in der deutschen Reichs
telegraphenverwaltung früher allgemein Verwendung fand;
sich allerdings mehr oder weniger wesentliche Abweichungen.
Der wichtigste Apparat der Vermittelungsanstalt ist die Umschaltevorrichtung.
Anfangs verwendete man hierzu den in der Telegraphie gebräuchlichen Linienwechsel
oder Linienumschalter, der im wesentlichen aus zwei übereinander befindlichen isolierten
Lagen von Metallschienen besteht, welche gegeneinander eine senkrechte Stellung ein
nehmen. Da sämtliche Schienen an den Kreuzungsstellen durchbohrt sind, so kann man
je zwei beliebige Schienen durch einen Metallstöpsel miteinander leitend verbinden. Führt
840. Frrnsprechvrrniittrlungsamt ix Mailand.
man also z. B. die Teilnehmerleitnngen an die vertikalen Schienen, so wird durch ein
fache Stöpselung jede beliebige Verbindung zwischen denselben hergestellt werden können.
Damit nun aber auch der Beamte die Wünsche der Teilnehmer entgegennehmen kann,
muß mit dem Umschalter ein Sprechapparat und eine Signalvorrichtung zum Anrufen
der Teilnehmerstellen verbunden sein. Abb. 840 zeigt einen solchen früher bei der Ver
mittelungsanstalt in Mailand aufgestellten Umschalter.
Das Umschaltersystem ist indes für größere Bermittelungsanstalten nicht geeignet,
da dasselbe wenig übersichtlich ist und bei der Ausführung von Verbindungen leicht zu
Irrtümern Anlaß gibt. Diese Ubelstände wurden durch ein System von Umschaltevor-
richtungen beseitigt, welche die Bezeichnung Klappenschränke führen und bei welchen die
Verbindungen durch au Leitungsschnürcn befestigte Stöpsel ausgeführt werden. Die Abb. 83 7