fullscreen: Oekonomik der Transformationsperiode

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oder Bücher leben, aber man kann nicht ohne Brot leben. Die 
Armee kann schlecht beschuht sein, aber sie kann nicht von der 
Nahrung des heiligen Antonius existieren. Die Momente, die zur 
staatskapitalistischen Organisation trieben, waren also in ver 
schärftem Grade vorhanden. Und zur selben Zeit war die un 
mittelbare Möglichkeit der Rationalisierung der Produktion ge 
rade besonders schwach. 
Wie wurde diese Aufgabe vom Kapitalismus gelöst? 
Auf zweierlei Art; erstens durch Verstaatlichung eines 
Teiles der großen Produktionseinheiten; zweitens durch indirekte 
Regulierung des Produktionsprozesses durch den Zirkulations 
prozeß. 
Aus dem Gesagten ergibt sich die relative „Schwäche" der 
ersteren Methode ziemlich klar. Freilich, der kapitalistische Staat 
verfügte bereits über einige Zweige der landwirtschaftlichen Pro 
duktion (z. B. Staatsforste), aber er hatte nicht solche Stütz 
punkte, wie cs zum Beispiel die Trusts in der Industrie sind. Aus 
diesem Grunde war das Ausmaß der direkten bürgerlichen Natio 
nalisierung der Produktion verhältnismäßig gering und vollzog 
sich gewöhnlich in Form der verschiedenen „Kommunalisierungen" 
und „Munizipalisierungen“, Eine umso größere Bedeutung ge 
wann die zweite Methode: die Regulierung der Produktion durch 
Regulierung des Zirkulationsprozesses oder die Organisierung der 
Verteilung. Das staatliche Getreidemonopol, das Kartensystem 
für landwirtschaftliche Produkte, die Ablieferungspflicht der 
Produkte, die Höchstpreise, die organisierte Belieferung mit 
Industrieprodukten usw. usw., — all das lenkte letzten Endes 
die Entwicklung in die Richtung der Verstaatlichung der Pro 
duktion, Hier nehmen wir einen rückständigen Typus der Ent 
wicklung wahr, die Anfangsstadien eines organisatorischen Pro 
zesses, der, ebenso wie in der Industrie, zu seinem Ausgangs 
punkte den Zirkulationsprozeß hatte {Corners, Ringe, Syndikate).
	        
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