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listen scheint er seine riesigen Werke ohne Karte oder
Fahrplan ins Leben gesetzt zu haben, wenigstens ohne
schriftlich niedergelegte Pläne. Seine Geschäfts-
freunde sagten, er handele instinktiv, und sie drückten
stets ihre Bewunderung für seine Fähigkeit der un-
mittelbarzn Entscheidung auch in den verwickelisien
Angelegenheiten aus. Morgan wußte stets genau, was
er wollte, seine geistige Tätigkeit verlief reibungslos.
So fühlte und wußte er, daß Wettbewerb Verschwen-
dung, ja blutigster Krieg ist, daß Wirtschaftler nicht
nur sich selbst, sondern auch die materiellen Güter
der Welt vernichten, wenn sie Kapital als Pulver und
Blei gebrauchen, lange bevor die Wirtschaftswissen-
schaftler diese Weisheit entdeckten, Morgan wußte
das aus praktischen Erfahrungen, denn sein eigenes
Geld — er hatte 10 Millionen von seinem Vater ge-
erbt — und das ihm in seiner Eigenschaft als Bankier
anvertraute verschwand gelegentlich auf solche Weise.
Daher war Morgan in einem praktischen Fall niemals
im Zweifel, was er tun sollte. Denn es handelte sich
immer im Grunde genommen um die Entscheidung,
etwas zu tun, was den Wert einer Kapitalsanlage ver-
minderte, oder etwas, was ihn erhöhte und gleichzeitig
die Anlage zu einer dauernden machte.
So selten er es auch direkt gesagt hat, so gewiß
hat er das Prinzip vertreten, daß das Kapital sich stets
organisieren und innere Reibungsflächen, Verschwen-
dung und Kriege zwischen seinen einzelnen Abtei-
lungen ausschalten muß, Er war der große Fort-
schrittler unter den Kapitalisten und verwirklichte
seine Pläne ohne vieles Reden, aber durch desto ein-
drucksvolleres Handeln, Ob er allerdings fortschritt-
lich gesinnt im 'umfassendsten Sinne dieses Wortes
war, hängt davon ab, ob man die Entwicklung der
Vereinigten Staaten während der Zeit seiner Tätig-
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