Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Morgan und baten ihn, die Sache in die Hand zu neh- 
men. So sanierte er die Reading noch einmal, und 
noch dazu in einem Panikjahr, In den acht vergange- 
nen Jahren hatte die Bahn eine neue schwebende 
Schuld, diesmal von 18 Millionen, kontrahiert, die 
wie damals getilgt werden mußte, Als Morgan die 
Reorganisation beendet hatte, behielt er die Kontrolle 
über die Bahn in der Hand. Er wollte es nicht ris- 
kieren, daß ein Unternehmen, das sorgfältigste Ge- 
schäftsführung erforderte, in die Hände irgendwelcher 
rücksichtsloser Geschäftsleute fallen sollte, und die 
Aktionäre waren hierin einer Meinung mit ihm. Da 
sie selbst ihre Interessen nicht wahrnehmen konnten 
oder wollten, waren sie sehr zufrieden, daß Morgan 
dies für sie tun wollte. 
Und nach dieser Erfahrung behielt Morgan von nun 
ab. stets die Kontrolle über die Eisenbahngesellschaf- 
ten, die er reorganisierte, selbst in der Hand, sei es 
durch stellvertretendes Stimmrecht,. sei es durch 
Aktienbesitz, der eine Kontrolle ermöglichte. Auf 
diese Weise und zu dieser Zeit wurde der Grund zu 
der hohen Stellung, die er zuletzt einnahm, zu der All- 
macht in der amerikanischen Finanz gelegt. 
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In diesen Jahren wurde die Geschäftslage im Eisen- 
bahnwesen immer schlechter. Die neuen, jüngeren 
Bahnen im Westen näherten sich schnell dem Abgrund 
des Bankrotts, und im Jahre 1889 machte Morgan einen 
zielbewußten und neuartigen Versuch, ihnen die Not- 
wendigkeit durchgreifender Reformen vor Augen zu 
führen. Die Präsidenten der Bahnen im Westen hatten 
eine eigene Organisation, die sich mit Poolfragen be- 
schäftigt hatte, bevor die Poolbildung durch das neue 
zwischenstaatliche Handelsgesetz (Interstate Com- 
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