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Sowohl die Freiheitsbewegung von 1813 als auch die große Frei⸗
heitsbewegung des 20. Jahrhunderts sind beide von dem Willen
zur neuen Bewertung durchdrungen.
Das Erlebnis des Weltkrieges hat die Forderung des deutschen
VBolkes nach einer neuen Bewertung besonders stark ausgeprägt, weil
das ganze Volk in einem noch nie dagewesenen Maße höchster Prüfung
unterworfen wurde. Bei den ungeheuren Anforderungen, welche der
Daseinskampf des deutschen Volkes an jeden Einzelnen stellte, brach
die auf Außerlichkeit gegründete Rangordnung zusammen, die Not des
Weltkrieges erzwang die höhere Bewertung des Geistes und der inneren
sittlichen Kräfte.
Besonders das Frontsoldatentum wurde von diesem
Willen zur Umwertung auf das tiefste durchdrungen.
Die im deutschen Volk schlummernde Sehnsucht nach einer neuen
debensordnung unter Überwindung aller überlebten Grundsätze wurde
durch die Ereignisse zu einem zielklaren Willen entfaltet. Die eiserne
Zwangslage des Krieges gab in der überständischen Frontkameradschaft
des Feldheeres sowie in der Notgemeinschaft der Heimat den Rahmen
für die Entwicklung neuer Anschauungen und Begriffe im deutschen
Menschen. Die zum Teil bewußt und zum Teil unbewußt, zum Teis
bollkommen und zum Teil unvollkommen zuteil gewordene Erkenntnis
hon einer neuen und gerechten Lebensordnung setzt sich im inner—
deutschen Freiheitskampf der Gegenwart fort. Die bewußt nach einem
neuen Staatsbürgertum suchende Volksbewegung verbindet dieses Ideal
m erster Linie mit dem Begriff der Freiheit und Gleichberechtigung.
Gleichheit der Bürger war der Sinn aller großen Volksbewegungen
und Volkserhebungen. Dieses Ziel muß in dem Geschlechte der Gegen⸗
vart um so höher stehen, als dieses Geschlecht in der Frontkamerad⸗
schaft des Krieges ein Beispiel erlebte.
Im Wirtschafts- und Berufsleben ist diese Gleich—
heit unmöglich, im staatsbürgerlichen Leben ist sie
möglich.
Im Gegensatz zum alten Standes- und Kastenmenschentum fordert
die Erhebung des deutschen Volkes die gleiche Achtung aller Staats⸗
bürger voreinander. Sie fordert die Erhebung des inneren Wertes
zum Maßstab der Bewertung des Einzelnen. Sie fordert innerhalb
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