Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Esten. 13
abbauwürdige Flöze zu treffen. Für jede Braunkohlenförderung
spricht im Osten die Möglichkeit, durch sie Frachtersparnisse gegen
über dem an sich nötigen Import von Steinkohlen aus anderen Pro
duktionsgebieten zu erzielen. So richtig diese Tatsache ist, so
wird man ihr doch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus
gegenüber halten müssen, daß der Transport von Steinkohlen
für die preußischen Staatseisenbahnen einen lukrativen Zweig
ihrer Tätigkeit ausmacht, so daß ein wesentlicher Ausfall auf
diesem Gebiete zu eine Schmälerung der Rente der Staatsbahnen,
die das Rückgrat der preußischen Finanzen darstellen, führen
müsse. Unter solchen Umständen ist der Forderung nach staat
lichen versuchen zu Hebung des Braunkohlenbergbaues, die er
hoben wurde, bisher von staatlicher Seite nur in ganz be
schränktem Maße Folge gegeben, allerdings bisher auch ohne
Erfolg.
Neben Steinkohlen und Braunkohlen kommt als Feuerungs
material der Torf in Betracht. Ls steht fest, daß dieser sich
bisher in keiner Form für industrielle Zwecke geeignet hat,
speziell für die Großindustrie. Nach den Ergebnissen der Unter
suchungen von Dr. M. Taro und Dr. v). Feldt, die diese am
16. November 1906 dem verband Ostdeutschen Industrieller
vorgetragen haben, ist zuzugeben, daß bedeutende Moorflächen
für die Torfausbeute in diesen Gebieten in Betracht kommen.
Der Torf kann in der Form sorgfältig gearbeiteten Maschinen
torfs ein recht gutes Heizmaterial bieten, das für alle Zwecke der
Heizung verwendet werden kann, falls die Heizanlagen der Ver
wendung von Torf speziell angepaßt werden. Er bietet aber
auf alle Fälle, wie Taro feststellt, ein minderwertiges Heiz
material dar. Die Methode der Verkokung von Torf auf dem
Wege der trockenen Destillation ähnlich der der Holzverkohlung
bietet nach einzelnen versuchen die Möglichkeit rationeller ver-