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wciligG Ablegung der Hauptsache gestatten, da ja sonst nur
eine seelenlose Garderobe übrig bleibt. ' Der Wahnwitz dieses
Schlages ist übrigens nichts Neues, sondern schon vielgestaltig
bei Gelehrten und Ungelehrten gepflegt worden. Die leitende
Idee besteht darin, dass der Uebergang in ein Jenseits als Er-
waehen gedacht, und dieser Procedur der umgekehrte Vorgang,
nämlich der Eintritt oder die Rückkehr in unser Leben als ein
Anheimfallen an eine Schlaf- oder Traumexistenz gegenüber
gestellt wird. Für Fourier besteht nun aber das Hauptinteresse
darin, dass die societäre Harmonie und die Phalanstere aueh für
andere Weltkörper und für die Todten die Tragweite der die
Welt und alles Uebrige umfassenden Entdeckung bewähren.
Auch über den Zustand von dem, was er sich als abgeschiedene
Seele denkt, giebt er uns einige Aufschlüsse. Diesen Seelen,
welche Gedächtniss für die diesseitige Welt haben, wird zu
A[ lithe sein wie im Feder wagen oder beim Schlittschuhlaufen,
und sie werden die härtesten Felsen zu durchdringen ver
mögen.
Diese Herrlichkeiten oder Aehnliches sammt dem blühend
sten naturphilosophastrischen Unkraut findet sich bei Fourier
nicht etwa ausschliesslich in einer einzigen Lebensperiode oder
Schrift, sondern hat dem so zu sagen normalen Lauf seiner
Vorstellungen stets mehr oder minder angehört. Alle Haupt
schriften strotzen von diesen Verkehrtheiten, und der einzige
Unterschied besteht darin, dass sich die spiritistischen Wahnge-
bildo mit den Jahren immer mehr ausgeprägt haben. Was die
kosmischen Albernheiten anbetrifft, so kostete es einem Fou
rier nichts, sich gelegentlich wegen derselben mit den theolo
gischen Verirrungen Newtons zu entschuldigen. Im Gegentheil
glaubte er sich hiemit noch mehr zu glorificiren. Die Newtons
manie, an der er litt, brachte so etwas sogar mit sich, denn
damit die Annäherung vollständig wäre, musste derjenige, wel
cher mindestens ein Dutzend Newtons in sich zu vereinigen
meinte, auch zu zwölfmal soviel Abirrungen gelangen können.
Fourier nahm es in der That dem Publicum gegenüber mit
seinen speculativen Ansprüchen nicht allzu genau und wollte.
Wenn man sich nur auf die societäre Harmonie und die Ver
wirklichung der passionirten Attraction einliesse, auf das Uebrige
als Bagatelle kein Gewicht legen. Man solle an dem Verkehr
ten keinen Anstoss nehmen, und er habe ein Recht zu ver-
Uühi-ing, Geschichte der Katioiialökononiie. 2. Auflage. 19