fullscreen: Versicherung und Wirtschaft

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sicherung folgendermaßen: „Die Wahrscheinlichkeit, daß eine 
Schädigung in gewissem Maße eintreffen wird, die Tatsache, 
daß eine Mehrzahl dieser Gefahr ausgesetzt ist, und die Unge 
wißheit, wen sie treffen wird, sind die Elemente der Ver 
sicherung. Diese liegt in einer solchen Vereinigung der einer 
gleichen Gefahr des Vermögensverlustes oder der Lebensbe- 
drohung ausgesetzten Personen bzw. Wirtschaftseinheiten, durch 
welche der tatsächlich eintretende Verlust bzw. die wirtschaft 
lichen Nachteile der Lebensbedrohung auf die Gesamtheit der 
Vereinigten verteilt werden." Für die Lebensversicherung 
rechtfertigt er nun diese wirtschaftlichen Nachteile auf folgende 
Weise: Bei der Todesfallversicherung erlitten die einen einen 
wirtschaftlichen Verlust, weil sie länger lebten als die anderen. 
Bei der Erlebensversicherung dagegen hätten diejenigen einen 
Verlust, deren Lebensdauer den bestimmten Zeitpunkt nicht 
erreicht habe. Er muß hierbei schon selbst die Pensionsvev- 
sicherung ausscheiden, da sie nicht eine Verlust-, sondern eine 
Eewinnversicherung sei. Auch diese Verlustgefahr der Lebens 
versicherung stimmt mit seiner Erklärung des Versicherungs- 
begriffs nicht überein, denn es handelt sich hier nicht um 
eine Gefahr, der die Versicherten vor Eingehung der Versiche 
rung ausgesetzt waren, sondern um eine Gefahr, die erst durch 
die Versicherung entsteht. 
SBöriter 73 ) definiert: „Vereinigung zahlreicher einzel 
ner Wirtschaften zwecks gemeinschaftlicher gegenseitiger Deckungs 
mittelgewährung für den durch den drohenden wirtschaftlichen 
Verlust erwachsenden Vermögensbedarf." Wenn er als Ver 
lust die Aufhebung der Beziehung zwischen der wirtschaften 
den Person und ihrem Vermögen (= wirtschaftliche Verfügungs 
gewalt, Versicherungsinteresse) durch ein zufälliges Ereignis 
bezeichnet, so sieht er sich genötigt, um die Personenversicherung 
für die Definition zu retten, als „Versicherungsgut" die „mensch 
liche physische und psychische Kraft" gelten zu lassen. Wieso 
73 ) a a. O, 6. 15. Er tritt damit in Gegensatz zur Bedarfstheorie, 
bei der „das wesentliche Merkmal des Verlustes als Ursache des Ver- 
mögensbedarss" fehle.
	        
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