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ihre Verteilungsstellen in Kellerräumen hatten oder im Hinterhause
des Geschäftsführers oder eines anderen Beteiligten. In der ersten
Zeit hatte man überhaupt keine eigens für die Abgabe vorgesehenen
Verteilungsstellen: „Die Verteilung erfolgte durch einen dazu ge
wählten Mitgliederausschuß, und zwar gewöhnlich in der Wohnung
eines dieser Mitglieder. e ) Heute dagegen hat man nicht nur gut
eingerichtete allgemeine Verteilungsstellen, sondern hat sogar
S p ezi al v ert eil un g s st el l en für Textilprodukte, Schuhe,
Milch, Bäckereiprodukte, Gemüse, Fleisch usw. Die „Produktion" in
Hamburg hatte im Jahre 1913 laut ihrem Geschäftsbericht neben den
allgemeinen Abgabestellen
29 Schlächterläden 5 Fischläden
45 Brotläden 2 Gemüseläden
In kleinen Vereinen ist diese Spezialisierung natürlich nicht möglich.
Wenn man dort noch andere als „Kolonial- und Materialwaren"
führt, so verteilt man die betreffenden Güter in den allgemeinen
Abgabestellen. Soweit die Artikel es zulassen, ist das auch bei den
großen Vereinen neben der Verteilung in Spezialabgabcstelleir der
Fall. Sehr oft findet man auch Schuhe und Textilprodukte ver
einigt. Ueberhaupt ist ja die Generalisierung") in der konsum
genossenschaftlichen Bedarfsgütervermittlung von jeher sehr stark ge
wesen, ähnlich wie in den französischen Filialbetrieben, wo man mög
lichst an einer Stelle den ganzen Bedarf decken will.
Mit den S p e z i a l v e r t e i l u n g s st e l l e n hat es oft Schwie
rigkeiten wegen des Umsatzes. In sehr vielen größeren Vereinen ist
das Netz der Entnehmer in konsumgenossenschaftlichen Verteilungs-
6) Paul G ö h r e, a. a. O. S. 34.
7 ) Ich habe zu diesem Wort gegriffen, das ich dem Begriff der Speziali
sierung gegenübergestellt sehen möchte. Man hat den Begriff der Gene
ralisierung vielfach umschrieben und im Hinblick auf die Spezialisation
von einer „rückläufigen Bewegung" oder von einer „Gegentendenz" gesprochen.
Hirsch (Die Filialbetriebe im Detailhandel) stellt der „Spezialisation" die
„Konzentration vieler Branchen in einem Betriebe" gegenüber. Der „Kon
zentration" sollte man aber nur die „Dezentralisation" gegenüberstellen. In
der Privatwirtschaftslehre denkt man dabei in der Regel an eine Zusammen
legung bzw. Auseinanderlegung der Betriebe. B o r g i u s (Wandlungen im
modernen Kleinhandel im Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik, 1898,
zitiert von Wernicke in Kapitalismus und Wirtschaftspolitik) spricht von
„Fusion" und „Amalgamierung" und besonders von „Waren-Kumulierung".
Rath gen (Art. „Kleinhandel" im Wörterb. der Volksw.) braucht das Wort
„Zusammenfassung". Sombart (Die deutsche Volkswirtschaft im neun
zehnten Jahrhundert) spricht von einer „Tendenz zur Kombinierung ver
schiedener ursprünglich getrennter Warengattungen".