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In der Warengesellschaft ist der Geist der wichtigste
Faktor. Er berechnet, er macht Erfindungen, er wägt und
wiegt, er verkauft, er macht Gewinn, er uͤnterwirft, er be—
herrscht Menschen und Dinge. Der Geist steht in der
Warengesellschaft im Mittelpunlt des Lebens, wie die Sago
palme bei den Papuas und die Schönheit und Körperkraft
bei Homer Er ist das Maͤchtige.
Die ersten großen Pholisophen der griechischen Waren—
gesellschaft, Sokrates und Plato, sagen es offen, daß die
Natur sie nicht interessiert, sondern nur die Erscheinungen
des Denkens und der Seele.
Dieser Uebergang ist eine deutliche Folge der Ent—
wicklung der Technik, die die Warengesellschaft schuf.
Im menschlichen Geist waren viele sonderbare Er—
scheinungen, die man nicht verstand. Was waren die all—
gemeinen Begriffe, die man im Geiste antraf, woher kamen
sie? Was für eine wunderbare Macht war das Denken,
das so leicht und wunderbar mit diesen allgemeinen Be—
griffen operierte? Woher kam es?
Von der Erde konnte es nicht kommen, denn auf
Erden findet man nur besondere, keine allgemeinen Dinge!
Und was waren die sittlichen Gefühle, diese Begriffe des
Guten und des Bösen, die man in dem Geist antrifft, die
aber in der Warengesellschaft so schwer anzuwenden sind?
Denn dort ist, was für einen gut ist, schlecht für den an—
deren: des einen Tod ist des anderen Brot, und der Vor—
teil einer Privatperson bedeutet dort oft einen Nachteil
für die Gesamtheit.
Das waren alles Rätsel, die damals für die großen
Denker Plato, Sokrates, Aristoteles, Zeno und so viele
andere unlösbar waren, die aus der Natur und der Er—
fahrung nicht erklärt werden konnten und sie dazu führen
mußte, zu behaupten, der Geist sei göttlichen Ursprunges.
Die soziglen Triebe und Gefühle sind von so enormer
Bedeutung für den Menschen, daß, wenn sie durch die
Waxengesellschaft zerrissen werden, die Untersuchung, woher
sie stammen und wie sie wiederherzustellen sind, für die
Menschen notwendig wird. Sie sind auch so kraäftig und
herrlich und erhaben, nach ihnen zu handeln gibt einen
solchen Genuß und eine solche Erhohung der Kraft, daß,
wenn das Handeln nach ihnen unmöglich wird, ihre Hert
lichkeit einen idealen Glanz bekommt und es erscheint, als
müßten sie aus einer anderen höheren Welt herkommen
Zu ihrer Erklärung ist dann nicht meht wie für die
zahlreichen Naturerscheinungen ein Himmel mit vielen