Object: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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IL Buch. Der Güteraustausch. 
wogten. Wir werden gegen das Ende dieses Buches hierüber noch einigt 
Bemerkungen zu machen haben. ] 
Indessen fehlt es auch nicht an Vertheidigern der Monopole. So weist 
man zu ihren Gunsten darauf hin, daß sie für die Production gewisse Vor 
theile mit sich bringen, welche die sonstigen dadurch erlittenen Verluste auf 
seiten der Consnmenten überwiegen. Müssen wir nun auch das Bestehen 
solcher Vortheile in vielen Fällen zugeben, so bleibt doch zu untersuchen, ob 
dieselben die Verluste aufwiegen. In diesem Falle müssen sie jedenfalls sehr 
bedeutend sein. Die Vortheile einer einheitlichen Leitung und der Production 
im großen Maßstabe sind allerdings in einzelnen Fallen so groß, daß sie den 
Nutzen, welchen der Bestand eines freien Marktes mit sich bringt, überwiegen, 
da die Monopolbesitzer bereit sind, die Preise etwas niedriger zu stellen, als 
dieselben beim Vorwiegen freien Mitbewerbs gewesen waren, und zwar aus 
dem Grunde, weil sie dabei ihren Vortheil in höherem Grade finden, als wenn 
sie theurer verkauften. 
Sodann muß auch darauf hingewiesen werden, daß das Bestehen eines 
Monopols nicht nothwendig Monopolpreise zur Folge hat. Sind doch gerade 
solche Güter, die von Monopolbesitzern erzeugt werden, häufig der behördlichen 
Preisbestimmung unterworfen. So lassen sich unter Umständen die Vortheile 
des monopolmäßigen Betriebes auf dem Gebiete der Production mit denjenigen 
des Mitbewerbs auf dem freien Markte vereinigen. Es ist sehr wohl mögliche 
daß z. B. die Versorgung mit Wasser, Gas oder Elektricität oder die Fracht 
sätze und die Personentarife der Posten und Eisenbahnen beim Bestehen eines 
Monopols billiger sind, als wenn der Betrieb dieser verschiedenen Arten non 
Unternehmungen der freien Concurren; der Privatleute überlassen wäre. | 
Ferner kommt es vor, daß von den Besitzern eines zwar nicht gesetzlich 
verliehenen, aber thatsächlich bestehenden Monopols nur mäßige Preise gkfa^ 
dert werden, damit nicht Concurrente» erstehen, welche dem Monopol ein 6^ 
bereiten würden. Die Furcht vor einer solchen Eventualität kann unter Ilķ 
ständen so Vortheilhaft wirken, daß jede Einmischung der öffentlichen Gewalt 
überflüssig erscheint. Auch geschieht es bisweilen, daß die Furcht vor de>u 
Urtheil der öffentlichen Meinung oder ein hochachtbarer Gerechtigkeitssinn un 
wahre Menschenliebe oder auch ein weit reichender Plan, welcher große g^ 
schäftliche Unternehmungen der Zukunft durch den Verzicht auf augenblickliche" 
Gewinn vorzubereiten trachtet, die Monopolinhaber davon zurückhalten, 1,1 
Preise so hoch zu stellen als sie könnten 
1 Betreffs der Nachtheile und Vortheile, welche durch nicht gesetzliche, son^'' 
faktische Monopole, d. h. durch die ausschließliche oder ganz überwiegende Beherrsch'^ 
des Angebots gewisser Waren durch eine mehr oder minder festgefügte Coalition ® 
Producenten oder Händlern oder eventuell auch durch eine derartige Beherrschung
	        
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