fullscreen: error

Weizenabsatzes über die ganze Welt „a world wide 
systematised plan of wheat marketing“ sein. Die 
Farmervereinigungen von Manitoba und Sas— 
katchewan faßten entsprechende Beschlüsse. 
Zuerst ging man an die Gründung des Alberta— 
Pools, der unter Anwendung des Gesetzes über die 
Genossenschaften unter der Firma „Alberta Co- 
operativo Wheat Producors Limited“ eingetragen 
werden sollte. Das Vertragsformular über Rechte 
und Pflichten der Mitglieder wurde festgesetzt und 
eine große Mitgliederwerbung in der Zeit vom 
20. August bis 5. September 1923 organisiert. Aus 
den früheren Genossenschaftsgründungen hatte man 
die Lehre gezogen, daß eine maßgebliche Beein— 
flussung des Marktes nur zu erzielen wäre, wenn 
die Mitglieder der Verkaufsgenossenschaft mindestens 
die Hälfte der zum Markt zu bringenden Ernte 
repräsentierten. Der Vertrag sah deshalb vor, daß 
eine Zurücknahme der Unterschrift freistehen sollte 
wenn nicht nach Ablauf der Werbezeit die Beteili— 
Jung von 50 v. H. der Weizenanbaufläche von 1922, 
das sind 2882 797 Acres, garantiert wären. Am 
Ende der Werbung fehlten 280 000 Aecres. Die 
Zeichner wurden verständigt. Es fanden einige 
Widerrufe von Zeichnungen, aber noch mehr Neu— 
zeichnungen statt, und die Vertrauensmänner ent— 
schlossen sich den Pool zu errichten. Mit den Ele— 
oatorgesellschaften wurde ein Vertrag auf ein Jahr 
geschlossen. Ein Bankkredit von 15 Millionen Dollar 
zu 6 v. H. Zinsen wurde aufgenommen auf der 
Grundlage der Sicherheit, die die in den terminal 
olevators lagernden Weizenbestände boten. Die 
Anzahlung auf in den Pool eingelieferten Weizen 
erfolgte auf der Grundlage 75 Cents per Bujshel 
Nr. J Northern in Fort William. Der Alberta— 
Pool eröffnete seinen Geschäftsbetrieb im Oktober 
1928 und hatte bei Abschluß des ersten Geschäfts— 
jahres, am 15. Juli 1924, 34 Millionen Bushels 
Weizen umgesetzt. Der erzielte Durchschnittspreis 
war 1,03 8 per Bushel. Die Mitgliederzahl wurde 
im August 1924 auf 29 440 angegeben. In einer 
Frühjahrszusammenkunft des Jahres 1924 hatte 
die gesetzgebende Körperschaft der Provinz Alberta 
die Regierung ermächtigt, dem Alberta-Pool ein 
Darlehen von 1 Million Dollar zum Kauf von 
Elevatoren zu gewähren. Die Bedingung war, daß 
15 v. H. der Kaufsumme jeweils vom Pool auf— 
zubringen sei. Der Kaufpreis für einen Elevator 
wurde auf 14000 8 geschätzt. 
Sowohl in Saskatchewan wie in Manitoba wur— 
den gleichzeitig starke Werbungen in Szene gesetzt. 
Es gelang aber nicht, für das Jahr 1988 die für 
notwendig erachtete Beteiligung zustande zu bringen. 
Die Farmer von Saskatchewan wandten sich an die 
Regierung um finanzielle Unterstützung und er— 
hielten zum Betrieb der Propaganda 45 000 8, 
zahlbar in drei Raten April bis Juni, vorgeschossen. 
Im Juli 1924 war die Beteiligung der vorgesehenen 
50 v. H. der Anbaufläche sichergestellt. Die Mit— 
gliedschaft betrug bei der Gründung 45 725 Farmer 
mit 6330 000 Acres Weizenland. Im Februar 
1925 betrug die Mitgliederzahl bereits 52000 mit 
7,2 Millionen Acres Weizenland. Bis dahin waren 
46 Millionen Bushels Weizen von dem Vool um— 
51 
Nr. 2788 
zesetzt, auf die 18 per Bushel Anzahlung geleistet 
var. Eine zweite Zahlung von 835 Cents per 
Bushel erfolgte im Februar, eine weitere von 
11 Cents im Juli, so daß ein Gesamtpreis von 
,os Dollar per Bushel erzielt wutde. Für die Um— 
chläge im laufenden Erntejahr waren mit allen 
Slevatorgesellschaften in Saskatchewan Verträge 
ibgeschlossen. Die Abmachungen wurden jedoch 
nicht als befriedigend betrachtet. Der Pool gründete 
deshalb eine eigene Elevatorkompanie. 
In Manitoba, wo sich anscheinend der Pool— 
gedanke in der Farmerschaft noch nicht so festgesetzt 
hatte, wie in den beiden anderen Prärieprovinzen, 
hatte man sich die Beteiligung von nur 40 v. H. 
der Weizenanbaufläche zur Voraussetzung der Grün— 
dung gemacht. Der Pool trat im Juli 1924 mit 
224 Mitgliedern unter der Bezeichnung „Manitoba 
dooperativo Whéat Producers Limited“ ins Leben. 
Die Vertragsform in den drei Provinzen ist fast 
»öllig die gleiche. Der Vertrag verpflichtet den 
Landwirt, für die Dauer von fünf Jahren allen 
don ihm hervorgebrachten Weizen außer dem re— 
zistrierten Saatweizen an den Pool abzuliefern. 
Der Pool ist alleiniger Bevollmächtigter für Emp— 
angnahme und Verkauf des Weizens. Die erste 
Zahlung auf den Weizen erfolgt bei Ablieferung, 
veitere Abschlagszahlungen nach Deckung der aus 
dem Verkauf entstehenden Auslagen. 1 Cent je 
Bushel wird zur Schaffung einer Reserve, 2 Centé 
zum Ankauf von Elevatoren und Umschlageinrich— 
ungen zurückbehalten. Jeder seine Unterschrift 
eistende Farmer muß einen Anteil zu 18 an 
der Gesellschaft übernehmen und außerdem noch 
einen Gründungsbeitrag von 23 leisten, so daß 
edes Mitglied 8 8 zu zahlen haͤt.' 
Sobald die drei Pools in Tätigkeit getreten 
varen, wurden Schritte unternommen, eine gemein— 
ame zentrale Verkaufsagentur für die drei Pro— 
hinzen zu errichten. Sie trat im Juli 1924 unter 
dem Namen „Canadian Cooperativo Wheat Pro- 
ducers Limited“ ins Leben. Der Manitoba-Pool 
gibt unter dem Titel „Scoop shovel“ (Getreide— 
chaufel) eine Zeitung heraus, die die Mitglieder 
dauernd über den Stand der Geschäfte und die 
Marktlage unterrichtet“). 
Die bemerkenswerten Erfolge der Weizenpools 
führten zu dem Wunsch, auch die „coarse grains“, 
das ist Hafer, Gerste, Flachs, Roggen und Misch— 
getreide, in den Tätigkeitsbereich der Organisation 
einzubeziehen. Von diesen Getreidearten ist für 
die Prärieprovinzen lediglich Hafer von wesentlicher 
Bedeutung. Die Anbaufläche ist zwar geringer als 
die von Weizen; da jedoch die Erträge fast doppelt 
o hoch sind wie bei Weizen, kommt die Erntemenge 
n manchen Jahren an die Menge des geernteten 
Weizens heran. Die Ausfuhr ist im Verhältnis 
dazu auffallend gering. Auch die Ausfuhr der 
anderen unter den „coarse grains“ aufgeführten 
Erzeugnisse, unter denen die Gerste an Bedeutung 
zunächst steht, spielt keine besondere Rolle. In den 
Propinzen Manitoba und Saskatchewan sind jetzt 
Pools auch für die coarse grains errichtet. deren 
62 Rew, a. a.O. S. 88.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.