Mutterkümmel
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Myrrhe
Roggen gesammelt werden soll. Es bildet 30
bis 35 mm lange, bis 6 mm dicke, etwas bogen
förmig gekrümmte, stumpf dreikantige Körn
chen, die auf jeder Seite mit einer Längsfurche
versehen sind. Die Farbe ist außen violett
schwarz, innen weißlich, die Konsistenz frisch
weich und zähe, nach dem Trocknen hart und
spröde. In Masse zeigt M. einen eigentümlich
dumpfigen Geruch, der nach dem Pulvern noch
stärker hervortritt. Als wirksamen Bestandteil
enthält das M. ein Alkaloid: Ergotinin in
Menge von höchstens 0,27 0/0, während alle
übrigen angeblich isolierten Alkaloide, wie Kor-
nutin u. a. als Zersetzungsprodukte des Er
gotinins äufzufassen sind. Daneben finden sich
noch verschiedene giftige Verbindungen, wie
die Sphazelinsäure oder das Ergotin, die
Ergotinsäure und die Farbstoffe Skierery
thrin (rot) und Skleroxanthin (gelb). Das
M. ist ein außerordentlich heftiges Gift, das als
Bestandteil des Brotmehles die sog. Kriebel
krankheit (Lähmung der Glieder) hervorruft.
Wegen seiner wehenbefördernden Eigenschaft
findet es in der Geburtshilfe medizinische An
wendung. Die Einsammlung soll kurz vor der
Fruchtreife,, also auf dem Acker, erfolgen. Die
ausgelesenen guten Stücke werden bei niedriger
Temperatur getrocknet und in gut schließenden
gelben Gläsern, aber nicht länger als ein Jahr
aufbewahrt. In gepulvertem Zustande ist es nicht
Faltbar, da das Fett ranzig wird. M. und seine
Zubereitungen (Extrakte) dürfen nur von Apo
theken und auch hier nur gegen ärztliche Ver
ordnung verkauft werden.
Mutterkümmel (römischer Kümmel, lat,
Fructus cumini, frz. Cumine, engl. Cumin seed)
besteht aus den Früchten einer im Orient hei-
arischen, in Südeuropa angebauten, einjährigen
Doldenpflanze, Cuminum Cyminum. Die
taeist paarweise zusammenhängenden, blaßgelb-
hchen oder bräunlichen Früchte sind doppelt so
a ng als gewöhnlicher Kümmel und mit meh
ren, der Länge nach laufenden, vorspringenden
Rippen besetzt, die einen Besatz von kurzen Bor-
g ten tragen. Der Geruch und Geschmack ist
s tark, aber nicht angenehm würzhaft. Als wich
tigste Bestandteile sind fettes und ätherisches Öl
oostimmt worden. Eine technische Verwendung
2u Kümmelkäse findet der M. nur in Holland,
s onst dient er als ein äußerliches, zerteilend
tyttkendes aromatisches Volksmittel sowie inner-
lc h bei Kolik in der Tierheilkunde.
Mutterkümmelöl (K uminöl, römischKüm-
m ,elöl, lat. Oleum cumini, frz. Essence de cu-
tOto, engl. Oil of cumin seed), das ätherische
Di des Mutterkümmels, besitzt den eigentüm-
'ohen Geruch der Früchte in hohem Grade, wird
a °er nur wenig benutzt. Das in frischem Zu
stande fast farblose, später gelbe bis bräunliche
. (spez. Gew. 0,893—0,930) besteht aus Ku-
•hinol (dem Aldehyd des Kuminalkohols), dem
Kohlenwasserstoff Zymol und Terpenen.
i Mutterlaugensalz. Unter diesem Namen kom-
en verschiedene Salzmassen in den Handel,
durch Verdampfen der Mutterlauge gewisser
r ln eralwässer erhalten werden. Beim Verdamp-
(j 6 * 1 der letzteren scheiden sich zunächst die aus
/ Bikarbonaten stammenden Monokarbonate
’nfachkohlensaure Salze) des Kalkes, der Mag-
^tercks Warenlexikon.
nesia und des Eisenoxyduls, dann die übrigen
schwer löslichen und die leicht kristallisierbaren
Salze aus, während die schwer kristallisierbaren,
leicht löslichen Salze in der Mutterlauge gelöst
bleiben und durch Verdampfen in fester Form,
erhalten werden. Sie müssen an trockenen
Orten aufbewahrt werden, da sie leicht Feuchtig
keit anziehen, und dienen als Zusatz zu Bädern.
Die bekanntesten sind das Nauheimer und das
stark bromhaltige Kreuznacher M.
Myrobalanen (lat. Myrobalani, frz. und engl.
Myrobalane) sind die harten zt/s—3V2 cm langen,
im trockenen Zustande sehr runzeligen Stein
früchte Verschiedener ostindischer Sträucher
oder Bäume der Gattung Terminalia. Die
größte Bedeutung besitzen die kleinen Madras-
M. von Terminalia chebula und die großen
Bombay-M. Von T. citrina, während die sog.
grauen M. von Phyllantus emblica und die
runden M. von Terminalia bellerica we
niger wichtig sind. Die M. enthalten erhebliche
Mengen (32—45 0/0) eines der Algarobilla iden
tischen Gerbstoffs und werden daher für die
Zwecke der Gerberei, Tintenherstellung und
zum 'Schwarzfärben in steigendem Maße nach
England eingeführt. Da die große Härte das
Pulverisieren ohne Maschinen sehr erschwert,
kommen die M. vielfach schon gepulvert zum
Verkauf. Die frühere Verwendung als drasti
sches Purgiermittel ist jetzt völlig aufgegeben.
Myrrhe (Myrrhengummi, Myrrhenharz,
lat. Myrrha seu Gummi-Resina myrrha, frz,
Myrrhe, engl. Myrrh) ist das freiwillig ausschwit
zende aromatische Gummiharz verschiedener
Sträucher oder Bäume aus der Familie der
Burserazeen, besonders von Commiphora
abyssinica und C. Schimpefi, die im süd
liehen Arabien und an der Westküste des
Roten Meeres heimisch sind. Der austretende
Milchsaft ist anfänglich ölig und gelblichweiß',
wird dann butterartig und erhärtet schließlich
zu gelblichen bis rötlichbraunen rundlichen oder
unregelmäßigen Stücken von Erbsen- bis Faust
große. Die etwas durchscheinende Masse von
rauher und unebener, meist etwas bestäubter
Oberfläche und wachsähnlichem Bruche besitzt
einen eigentümlichen aromatischen Geruch und
bitter kratzenden Geschmack, bläht sich beim
Erhitzen auf, ohne zu schmelzen, und verbrennt
mit leuchtender rußender Flamme unter Ver
breitung eines starken Wohlgeruches. Sie be
steht aus einem Gemenge von Gummi und Harz
und löst sich daher weder in Wasser noch in
Weingeist völlig. Der letztere entzieht ihr 'etwa
20—30 0/0 und bildet damit eine rötlichgelbe
klare Tinktur. Der charakteristische Geruch und
Geschmack beruht auf der Anwesenheit eines
ätherischen Öls (2—10%), das durch Wasser
dampfdestillation gewonnen wird und für sich
eine Handelsware bildet. Das Myrrhenöl ist
ziemlich dickflüssig und von gelber, grünlicher
oder bräunlicher Farbe, besitzt schwach saure
Reaktion, ein spez. Gew. von 0,988—1,024 und
eine Drehung von —31 bis •—93 0 . — Die Myrrhe
kam früher direkt von Arabien nach Europa, daher
die Bezeichnung türkische M.. wird aber jetzt
meist auf dem Umwege über Bombay nach Eng
land eingeführt. V on den beiden Handelssorten darf
nur die aus den reinsten, hellfarbigsten („hoch-
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