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der endemischen und epidemischen Krankheiten überwiesen. Ferner
wurden die Regierungshospitäler und die Kö-i mit der Durchführung
therapeutischer Versuche beauftragt. Im Hospital zu Taichu wurden
vom Herbst 1903 bis zum Frühjahr 1907 von einem Mitglied der
Kommission zur Erforschung der endemischen und epidemischen
Krankheiten 521 Opiumgewohnheitsraucher behandelt, wovon 89 von
ihrem Raster befreit wurden. Von den Kö-i sind in den Jahren 1900
bis 1909 1825 Personen behandelt worden, davon 563 mit Erfolg.
Freilich befanden sich unter den Geheilten auch viele, die sich aus
Willensschwäche, oder weil das Leiden, das sie durch das Opium
rauchen hatten mildern wollen, wiederkehrte, dem Tschandu von
neuem zuwandten.
Als Mittel zur Bekämpfung der durch das Opiumrauchen hervor
gerufenen Schädigungen bewährte sich nach den bisherigen Erfah
rungen salzsaures Heroin am besten. Neuerdings wird Takasagosö
(Eactuca versicolor Sch. Bisp.), ein auf Formosa wildwachsendes
Kraut, als Gegenmittel versucht. Es scheint bei leichten Fällen von
Wirkung zu sein
Leider zeigt sich hier und da die Unsitte, anstatt Opium zu
rauchen, die noch verderblicheren Opiumpillen und Morphinpräparate
zu benutzen. Es geschah dies besonders auf der Reise und von seiten
der Armen. Als infolge der 1909 in Schanghai abgehaltenen Opium
konferenz die Preise für das Tschandu stiegen, nahm der Konsum
an Pillen und Morphin zu; sie wurden in ziemlich beträchtlichen
Mengen aus China eingeschmuggelt. Diesem Schmuggel wird jetzt
durch die Zollämter und durch die an der Küste stationierte Polizei
mit großer Aufmerksamkeit entgegengetreten.