Object: Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

171 
der endemischen und epidemischen Krankheiten überwiesen. Ferner 
wurden die Regierungshospitäler und die Kö-i mit der Durchführung 
therapeutischer Versuche beauftragt. Im Hospital zu Taichu wurden 
vom Herbst 1903 bis zum Frühjahr 1907 von einem Mitglied der 
Kommission zur Erforschung der endemischen und epidemischen 
Krankheiten 521 Opiumgewohnheitsraucher behandelt, wovon 89 von 
ihrem Raster befreit wurden. Von den Kö-i sind in den Jahren 1900 
bis 1909 1825 Personen behandelt worden, davon 563 mit Erfolg. 
Freilich befanden sich unter den Geheilten auch viele, die sich aus 
Willensschwäche, oder weil das Leiden, das sie durch das Opium 
rauchen hatten mildern wollen, wiederkehrte, dem Tschandu von 
neuem zuwandten. 
Als Mittel zur Bekämpfung der durch das Opiumrauchen hervor 
gerufenen Schädigungen bewährte sich nach den bisherigen Erfah 
rungen salzsaures Heroin am besten. Neuerdings wird Takasagosö 
(Eactuca versicolor Sch. Bisp.), ein auf Formosa wildwachsendes 
Kraut, als Gegenmittel versucht. Es scheint bei leichten Fällen von 
Wirkung zu sein 
Leider zeigt sich hier und da die Unsitte, anstatt Opium zu 
rauchen, die noch verderblicheren Opiumpillen und Morphinpräparate 
zu benutzen. Es geschah dies besonders auf der Reise und von seiten 
der Armen. Als infolge der 1909 in Schanghai abgehaltenen Opium 
konferenz die Preise für das Tschandu stiegen, nahm der Konsum 
an Pillen und Morphin zu; sie wurden in ziemlich beträchtlichen 
Mengen aus China eingeschmuggelt. Diesem Schmuggel wird jetzt 
durch die Zollämter und durch die an der Küste stationierte Polizei 
mit großer Aufmerksamkeit entgegengetreten.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.