Contents: Wirtschaftlichkeitslehre

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stirnig, wie Menschenverächter oft annehmen — erkannt und 
danach gestrebt, ihre eigene, bzw. Hauswirtschaft immer besser 
zu gestalten, und die deutsche Hausfrau hat nicht mit Unrech} 
als ein Muster der Wirtschaftlichkeit gegolten. Nur daß jetzt syste- 
matisch, wissenschaftlich, durch Versuch, analytische Studien, die 
besten Methoden und ‚Arbeitsweisen erforscht und durch Belehrung 
Ausstellungen, Propaganda u. a. anempfohlen werden. Aber auch 
hier gilt der Satz: Die bloßen Sachen sind von den zumeist ziem- 
lich irrationellen Menschen zu unterscheiden, denn die erfolgreiche 
Rationalisierung des Haushaltes ist nicht bloß »Technik im Haus- 
halt«, sondern auch, u. zw. entscheidend, der rationelle Geist der im 
Haushalte tätigen Menschen, insbesonders der Frauen. (Vgl. Dr. Erna 
Mayer, Der Neue Haushalt, Wien, 1927.) 
Was sind nun die wichtigsten Merkmale einer rationellen 
Hauswirtschaft? 1. Keine Verschwendung an Zeit, Arbeit und 
Geld. 2. Arbeiten, die ohne wirtschaftlichen Schaden, d. h. ebenso 
gut, ja besser und billiger, von der Maschine oder außer Hause 
getan werden können, Sollen nicht aus bloßer alter Gewohnheit 
doch mit der Hand, bezw. zu Hause verrichtet werden. Daher 3. 
Man verwende gute, erprobte, Zeit und Arbeit sparende Behelfe; 
aber auch 4. man sorge für eine rationelle Einteilung der Arbeiten 
(richtige »Organisation«). 5. Der rationelle Geist im Haushalt soll 
sich auch auf dem sozialen Gebiete bewähren: die Dienstgeberin 
erblicke in der Hausgehilfin einen gleichberechtigten Mitmenschen, 
die Hausgehilfin sei arbeitsam und pflichtbewußt, im Rahmen der 
Gesundheit und der naturgemäßen persönlichen Freiheit, sie Sei 
nicht generell in Opposition (vgl. das Wiener Fachblatt »Die Un- 
zufriedene«), vielmehr soll es auch in diesem kleinsten »Betriebe« 
zu verständnisvoller Kooperation kommen. 
Zu diesen Punkten wäre noch ‚folgendes zu sagen. Das Be- 
streben an Zeit und Geld zu sparen, darf nicht übertrieben werden, 
nicht in Knauserei und Geiz ausarten, nicht zu einem kurzsichtigen 
»Zusammenkratzen« jedes Groschens werden; das verekelt den 
Hausgenossen das Dasein im Hause, treibt sie in Gast- oder Kaffee- 
häuser, hat also schwere ideelle und wirtschaftliche Nachteile. Aber 
in den Alltagsarbeiten läßt sich vernünftigerweise viel sparen, 
viel Unwirtschaftliches ausmerzen. Einige Beispiele dafür. Abfälle 
sollen nicht überlange Zeit hindurch angehäuft werden; das erzeugt 
Staub, Ungeziefer und nimmt Platz weg. Man trage nicht zu große
	        
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