20
bedeutsame Konsunwerschiebuugen eintreten können, die eine neue Grund-
läge erforderlich machen.
In Deutschland hat zuerst Soetbeer Großhandelsindex-
ziffern zusammengestellt. Seit 1879 gab das Statt st ischeReichsamt
eine Großhandelspreisstatistik heraus. Heute veröffentlicht es einen Groß
handelsindex, der das gewogene arithmetische Mittel der Meßziffern von
800 Preisnotierungen darstellt, die 400 Waren (170 Rohstoffe und Halb
waren, 230 Fertigwaren) betreffen. Er betrug (gemessen mit 1913 — 100)
1924: 137,3; 1928; 140,0; 1932: 96,5; 1933: 93,3; 1934: 98,4; 1935:
101,8; 1936: 104,1.
Auch große Tageszeitungen bringen nach eigener Methode berechnete
Indexziffern.
Heute werden in nahezu allen Ländern Indexzahlen der Großhandelspreise
zusammengestellt, so z. B. in Frankreich vom Statistique Generale de la France
für 45 Roh- und Halbwaren, in Belgien vom Ministers de 1’Industrie et du
Travail für 130 Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren, in Holland vom Centraal-
bureau voor de Statistiek für 48 Rohstoffe und Halbwaren, in den Vereinigten
Staaten von Amerika von der Handelszeitschrift „Bradstreets".
Mehr Schwierigkeiten noch als die Aufstellung von Großhandels
indizes verursacht der Kleinhandelsindex, da örtliche Unterschiede,
die bunte Mannigfaltigkeit der Artikel und die Qualitätsverschiedenheiten
die Brauchbarkeit beeinflussen.
Endlich kann die Geldentwertung an den sog. Teuerungszahlen
gemessen werden, die den für die Lebenshaltung einer minderbemittelten
Familie notwendigen Bedarf (Ernährung, Heizung, Beleuchtung, Wohnung,
Bekleidung, Verkehr und sonstigen Kulturbedars) zugrunde legen.
Doch hat auch diese Methode durch die willkürliche Annahme der Eiu-
kommenshöhe, die sich ändernden Lebensgewohnheiten, die nicht berücksich
tigte Verbrauchsverlagerung durch die Besteuerung u. a. ihre Mängel.
Die Lebenshaltungskosten in Deutschland betrugen im Monatsdurchschnitt
(1913/14 — 100):
1924
127,6
1934
121,1
1929
154,0
1935
123,0
1932
120,6
1936
124,5
1933
118,0
Plötzliche und beträchtliche Veränderungen des Geldwerts führen zu
empfindlichen Störungen des Wirtschaftslebens.