Object: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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den im Obereigentum nicht jener Privatpersonen, sondern der Agilol- 
finger, später der Frankenkönige, welche die decima salis erhoben 1 
und sich außerdem für jeden der zur Salzgewinnung verwandten Skla 
ven oder Kolonen besondere Abgaben zahlen ließen 1 2 . 
Die Urkunde 8 bei Böhlau ist nebst ihrer Entstehungsgeschichte 
vollständig in Schatens Annales Paderbonnenses Pars I p. 91 seq. 
mitgeteilt. Der Abt des Klosters Corvey bat im Jahre 833 Ludwig 
den Frommen um das Markt- und Münzrecht, wie um einen Ort „ubi 
sal fieri potuisset“. Der Kaiser erfüllte diese Bitten und schenkte dem 
Kloster in einer Urkunde vom Jahre 833 „quantumcunque juris nostri 
in illo fonte qui est super fluvium Wisera“; dies war also das Eigen 
tum, die Gerichtsbarkeit und die Einkünfte. 
Die Urkunde 9 bei Böhlau betrifft die Salzwerke bei Nieder- 
Altach. Dort bestand eine Abtei, welche Utilo oder Ottilo, ein Agilol- 
finger, im Jahre 741 errichtet hat 3 . Diese hatte zunächst von den 
Agilolfingern, dann von den Frankenkönigen zahlreiche Besitzungen 
nebst Immunitäten und Regalien erhalten 4 , unter letzteren molendina 
piscaciones, auch mercatum et thelonium tarn vianatium quam navi- 
gantium. Anteile an den Salinen zu Reichenhall erhielt jenes Kloster 
schon vom ersten Errichter geschenkt 5 . Wenn also König Ludwig 
unter den übrigen Besitzungen und Rechten dem Kloster tertiam par- 
tem salis ad salinas bestätigt, welchen Teil es schon früher bezog, so 
kann dies keinen Beweis gegen die Regalität des Bergbaues bilden 6 . 
In der Urkunde 10 vom 18. April 844 7 erläßt König Lothar dem 
Kloster Confluentis im Elsaß jeden Zoll von der ihm gehörigen (pa- 
tella) „que est in Mediano nostro sive Marsallo“. Der Besitz einer 
patella durch das Kloster ist an sich kein Beweis gegen das Salzregal, 
weil der Salzregalherr sein Eigentum stets in der Weise zu nutzen 
pflegte, daß er die einzelnen Teile der Salinen Dritten gegen Abgaben 
1 Vgl. auch v. Koch-Sternfeld II 104 ff. 
2 Juvavia, Anhang p. 18 seq., 28, 30 seq.: „et hoc decrevit (Tassilo dux) 
censum dare unusquisque homo, qui in hal habitaret, quod barbavice dicitur Adal- 
poro, quam hü, qui in nana et mona manerent.“ Von den in den Ortschaften 
nana et mona (muona) gelegenen Salzstellen werden solche p. 43 als Privatper 
sonen gehörig aufgeführt, p. 21 heißt es: „Insuper et in jam dicto loco concessit 
dux Theodo) decimam de sale et de teloneo.“ 
3 Hundii Metropolis II p. 1. 
1 S. die Urkunden (Additiones I—XXXVIII) bei Hund II p. 3 seq., 16. 
5 Monumenta boica tom. XI p. 22. 
6 S. auch v. Koch-Sternfeld II 173 ff. 
7 Schöpflin, Alsatia diplomatica, Mannheim 1774, p. 80.
	        
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