Revolution ist bedingt durch die Tiefe der kommunistischen
Umwälzung, durch die prinzipielle Veränderung der Produk
tionsstruktur. In den bürgerlichen Revolutionen fand eine
solche prinzipielle Veränderung nicht statt, denn das Privat
eigentum, als juristischer Ausdruck einer bestimmten Art der
Produktionsverhältnisse, bildete die Grundlage auch für die
vorkapitalistischen Beziehungen. Dementsprechend wurde das
gesellschaftliche Gleichgewicht nach der Revolution erreicht:
auf dem Gebiete der Wirtschaft durch einige Verbesserungen
dessen, was früher war, auf dem Gebiete der Politik durch
den Uebergang der Macht aus den Händen von Eigentümern
einer Art in die Hände von Eigentümern anderer Art. Folglich
ist a priori klar, daß hier ein solcher Zerfall, der bei einem prin
zipiellen, radikalen Bruch der alten Beziehungen unvermeidlich
ist, nicht eintritt und nicht eintreten kann. Dieser Bruch
bildet ein unumgängliches Gesetz der proletarischen Revolution.*)
klasse und ihre Partei für die Zerrüttung verantwortlich zu machen. Denn
gerade sie ist die Kraft, die die Wiederherstellung der Gesellschaft mög
lich macht. Dem Widerstand der „alten Ordnung" — ihm allein muß die
Zerrüttung der Uebergangsform zur Last gemacht werden.
*) Die Herren „Kritiker” der proletarischen Revolution sehen in der
Zerrüttung einen Beweis für die Unreife der kapitalistischen Beziehungen-
Aus unserer Analyse geht hervor, daß bei den „reifsten" Verhältnissen eine
(vorübergehende) Zerrüttung ebenfalls unvermeidlich ist. Die „Kritiker"
zitieren oft die Worte Marx' (K. Marx: „Zur Kritik“, Vorwort S. LVI.)i
„Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte ent
wickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue, höhere Produktionsver
hältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen
derselben im Schoße der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind."
Jedoch zieht Marx sofort darauf den Schluß; „Daher stellt sich die Mensch
heit immer nur Aufgaben, die sic lösen kann, denn genauer betrachtet, wird
sich stets finden, daß die Aufgabe selbst nur entspringt, wo die materiellen
Bedingungen schon vorhanden oder wenigstens im Prozesse ihres Werdens
begriffen sind." Den Rückgang der Produktivkräfte im Prozeß der prole
tarischen Revolution hat theoretisch Gen. J. Larin vorausgesehen in der
genannten Broschüre: „Die Utopisten des Minimaiismus und die Wirklich
keit".
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