Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

DIE ILLUSTRIERTE WERBEBROSCHÜRE 208 
erreichen ist. Darin sind die Routen von London-Ostende, 
Cherbourg-Paris, Hamburg, Berlin, Wien, Rom, Genua und 
Madrid nach Heidelberg eingezeichnet. Der Engländer, ebenso 
der Amerikaner, weiß etwas Originelles, von der Alltags- 
schablone Abweichendes zu schätzen. Sehr wohl kann ich mir 
denken, daß eine solche Broschüre bei den Empfängern in 
England oder Amerika zunächst ein größeres Interesse auslöst, 
als ein Werbeheft normalen Schlages. Man wird sie ganz sicher 
durchblättern, und man wird vom Blättern zum Lesen über- 
gehen. Die ganz persönlich gehaltene Art dieser Broschüre wird 
ihre Suggestionskraft auf den Leser oder die Leserin ausüben, 
und die begeisterten Briefe eines Engländers aus Heidelberg an 
einen anderen Engländer in seiner Heimat werden dem Leser 
den Wunsch suggerieren, diese Stadt kennenzulernen und in 
dem Hotel Wohnung zu nehmen. 
Da es sich bei dem Heidelberger Werbeheftchen um die für 
alle Reiseländer so wichtige Auslandswerbung handelt, flechte 
ich ein, daß ich mich mit dieser Auslandspropaganda in 
besonderen Kapiteln beschäftige. Da Auslandswerbung noch 
kostspieliger ist als die im Inland, liegt es im Interesse jedes 
Hoteliers, Kurortleiters oder Verkehrsdirektors, vor der Aus- 
arbeitung von Faltprospekten oder Werbebroschüren die 
erwähnten Kapitel zu lesen. 
Vom Frankfurter Hof in Frankfurt a. M., der Geburtsstadt 
Goethes und der Heimat seiner wundervollen Mutter, der Frau 
Rat, ist mir eine Broschüre zugestellt worden, deren Titelseite 
das vornehm wirkende Bild Goethes schmückt und die ich ihrer 
gediegenen Aufmachung und ihres gleichwertigen Inhalts wegen 
ebenfalls ein Musterbeispiel nennen möchte. Ein Muster dafür, 
wie man das Wesentliche aus den geschichtlichen Erinnerun- 
gen, Sehenswürdigkeiten und Kunstschätzen einer Fremden- 
verkehrsstadt dem Fremden so nahe bringen kann, daß in ihm 
der Wunsch geweckt wird, all das auch in Wirklichkeit zu 
sehen. So werden dem Hotel durch Vermittlung eines solchen 
geschickten Werbers neue Gäste zugeführt und neue Freunde 
gewonnen. 
Das Hotel Bristol in Berlin brachte Ende 1926 eine neue, 
farbig ausgeführte Broschüre heraus, deren Bilder auf der 
Vorder- und Rückseite des Umschlages von Künstlerhand 
gemalt sind, was ihre Wirkung wesentlich erhöht. Das Heft 
ist so angeordnet, daß es zum mehrfach erwähnten „Folder-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.