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Damit ist nun zweierlei sehr Wichtiges erreicht;
erstens die Beseitigung jeder Betrugsmöglichkeit,
weil keiner der in den geschilderten Betätigungen
Mitwirkenden die Möglichkeit hat, sich einen beson—
deren Vorteil zu verschaffen; und dann die voll—
kommene Durchsichtigkeit der Wirtschaft des gan—
zen Volkes, die sogar größer ist als die, die jetzt
jeder Geschäftsmann für sein Geschäft durch dessen
Buchführung erzielt. Denn das Summieren und
Vergleichen, das in der Privatbuchführung nur
zu bestimmten Terminen vorgenommen werden
kann, erfolgt hier tagtäglich.
Wir wissen aus der Nationalökonomie, daß der
Handel die Funktion haben sollte, die Waren
dahin zu bringen, wo sie gebraucht werden; wir
sahen durch Betrachtung der Wirklichkeit, daß er
das Gegenteil davon tut, das „Verkaufen“ als
Hauptgeschicklichkeit betrachtet, also die Waren
hauptsächlich dahin bringt, wo man sie eigentlich
nicht gebraucht hätte. Wir sehn nunmehr, daß
sich die vermeintliche Funktion des Handels un—
bedingt sicher durch Postwarenhaus und Buch—
führung der Volkswirtschaft vollziehen läßt.
Die Händlerzölle.
Nun wird uns doch wohl erst klar, daß der
Handel eine nicht nötige, also eigentlich fremde
Macht in der Volkswirtschaft war, der für seine
— wie wir sehn überflüssige — Funktion von uns
ungeheuerliche Zölle erhob; 50 bis 10000 vom
Herstellungswert ist keine Seltenheit; das höchste,
was ich selbst beobachtet habe und zwar schon in
den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, sicher⸗
lich nicht das höchste, was es überhaupt gibt, ist
500 Günfhundert) Prozent bei den Stehkragen,
die ich trug, für die ich 60 Pfennige bezahlte,