Vorwort.
Die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Düsseldorf
geht Heuer in ihr 15. Seschäftsjahr. Dieser Umstand rechtfertigt die
Veröffentlichung eines besonderen Berichts über die Tätigkeit der
Kammer. Da jedoch die Monatschrift der Kammer, das Korrefpondenzblatt,
regelmäßig berichtet über die Tätigkeit im allgemeinen,
so beschränkt sich dieser Bericht auf ein bestimmtes Gebiet, und zwar
eins, das heute außergewöhnliches Interesse erheischt: Die wirtschaftliche
Förderung des Handwerks, einige der wichtigsten
Arbeiten, die die Handwerkskammer auf diesem 6ebiete geleistet
hat, find hier zusammengestellt, wobei jedoch die einzelnen Tragen
nicht weiter ergründet werden.
wenn damit kein Beweis erbracht fein sollte für erfolge, so
doch jedenfalls für das ernstliche Streben der Handwerkskammer,
ihren Teil mitzuwirken an der wirtschaftlichen Törderung des Handwerks.
Diese steht heute im Vordergründe. Besonders die Handwerkskammern
lassen es sich angelegen fein, einrichtungen zur
wirtschaftlichen Törderung des Handwerks ins Leben zu rufen.
Die Handwerkskammer Düsseldorf hat darin bisher noch eine gewisse
Zurückhaltung beobachtet. Sie ist der Meinung, es fei für
die Handwerkskammer als Vertreterin der Sefamtintereffen des
Handwerks und zugleich als Organ mit gewissen Behördeneigenschaften
besser, nicht unmittelbar in das Wirtschaftsleben
und die damit unlösbar verbundenen Kampfe einzugreifen, sondern
vollständig neutral zu bleiben, sich auf Anregungen und gelegentliche
Unterstützungen zu beschränken. Deshalb hat die Handwerkskammer,
wie in unserer Schrift näher dargelegt ist, die Vertretung
besonderer wirtschaftlicher Interessen, wie z. B. Schutz vor
schwindelhaften Unternehmungen, Sicherung gegen unlauteren Wettbewerb,
Lintreibung von Torderungen usw. zunächst mehr den verbänden
der Beteiligten überlassen, diesen aber ihren behördlichen
Schutz geliehen. Selbst mit dieser einschränkung kann eine Handwerkskammer
manches zur wirtschaftlichen Törderung des Handwerks
tun. Dafür dürfte die Schrift ein wenn auch nur unzulänglicher
Beweis fein.
DÜSSTsDORT, im Mai 1914.