mus, wenn ich das Wort in diesem Zusammenhange gebrauchen
darf, auf den Zustand des Fordismus gebracht werden wird.
Nicht bloß wegen der Arbeitstraditionen, die drüben anders sind
als hier, wo doch auch bei aller Entwurzelung unserer Massen—
arbeiterschaft jeder Arbeiter ein Stück mehr Geschichte als drüben
mit sich herum trägt als Last und als Stütze; nicht bloß
wegen der sozusagen landschaftlichen Vielfältigkeit der Bedürfnisse
unseres industriellen Marktes. Denn solche Dinge lassen sich ab—
gewöhnen, und wir sind ja in vielen Fragen dazu gekommen,
typische Bedürfnisse mit typischen Leistungen zu befriedigen. Aber
das ist die Frage: trifft die Voraussetzung der typischen Massen—
herstellung unseres gesamten gewerblichen Lebens auf unsern
Markt zu? Amerika kann diesen Weg gehen, weil dort ein ein—
heitlich produzierter Massenverbrauch möglich ist, während in
diesem zerklüfteten Europa einfach der Boden dafür zu eng ist.
Wenn ich es drastisch ausdrücken darf: So kann das Fordsche
Auto mit rationellem Erfolg nur laufen, wenn es von San
Francisco bis Newyork einen Weg vor sich hat, wo es sich lohnt,
es laufen zu lassen, während das auf einer Reise von Moskau
bis Lissabon durch soundsoviele Gebiete mit soundsovielen
andern Wirtschaftsgebieten hindurch läuft und da einfach nicht
die Rente dabei heraus kommt. Der Abgeordnete Dr. Schneider
von der Deutschen Volkspartei hat neulich einmal in einer Unter⸗
haltung zu mir das Wort gebraucht: „Man kann Schrebergärten
nicht mit dem Dampfpflug bearbeiten!“ Europa befindet sich,
wirtschaftlich gesehen, in provinzialen Einengungen, unter diesem
Aspekt in dem Zustand von Schrebergärten, die mit Spaten und
Hacke bearbeitet werden müssen, und über die man nicht den
Dampfpflug, der nur ganz rationalisierte große Wirtschaft be—
arbeitet, nicht laufen lassen kann, weil es sich eben nicht lohnt.
Von der Seite aus tritt nun die Frage der Qualitätsproduk—
tion noch einmal auf, und zwar jetzt in dem Zusammenhang, daß
sie nicht bloß möglich ist für das Ausland. Nach dem Kriege war
es uns sehr peinlich, die Meinungen der ersten Pioniere der
Wirtschaft, die ins Ausland gegangen waren, zu lesen. Ich er—
innere mich, daß ich mich geschämt habe, als ich in der Deutschen
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