Full text: Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung 
sunkene Kaufkraft aufzeigt. Dies ist um so auf⸗ 
fallender, als die starke Steigerung der Ausfuhr 
bon Eingeborenenprodukten sie erheblich hätte 
heben sollen! 
Ausfuhr inet 
912119925 
1926 
Palmkerne... 5999 36 428 35479 
Palmöl.. 3595 6276 5812 
Kakaobohnen .. 4552 4917 5348 
Kautschuk.. 2811 830 1037 
Edelhölzer. 11290 17806 22792 
Während 1912 der Kautschuk mit 112/, Mill. 
Mark noch den Hauptausfuhrwert darstellte, hat 
man Ersatz gesucht und gefunden in einer ver— 
mehrten Ausfuhr anderer Produkte des Waldes 
durch Ausbeutung der Bestände an lpalmen und 
Edelhölzern. Auffallend ist der Rückgang an 
Tabak von 171 t (1825) auf 90 t (1926). Be—⸗ 
kanntlich exportierten wir ein sehr wertvolles 
Deckblait in Mengen von 56 (1910), 412 (1911), 
1690 (1912) Ballen. Für 1913/14 erwartete 
nan 4-5000. 
An der Einfuhr war Deutschland mit 14,1 
192 I Sos, 1925. 8040), Frankreich mit 88,1, 
GBroßbritannien mit 55,8 beteiligt; an der Ausfuhr 
Deutschland mit 86,7 (1921: 14040, 1925: 27 65, 
besonders Palmprodukte), Frankreich mit 63,8, 
England mit 44. 
Die Mittellandbahn ist (12. III. 27) bis zur 
jetzigen Hauptstadt Yaunde (307 kw) verlängert 
worden. Die Finanzen zeigen folgendes Bild: 
— 
nödo my (100o fr) 
Eigene 
Siigtaens uusos 18701265368 2180087 041. 26200 
Gesamt⸗ Anschlag 
— 1324901 15181118446 21800 28014 200 
Frankreich macht also trotz des lächerlich kleinen 
Etats — in Gold — noch Ersparnissel Wenn man 
die Werte in Gold umrechnet, stehen 32,5 Gold⸗ 
nark in 1914 3,6 Goldmark 1926 gegenüher. Es 
ist ersichtlich, daß damit nur der Schein einer 
Berwaltung aufrecht erhalten wird. Für öffent⸗ 
iche Bauten gab z. B. Deutschland 16, Frank—⸗ 
eich 2; für sanitäre Fürsorge Deutschland über J. 
rrankreich 0,8 Mill. Mark aus. 
Bekanntlich steht seit dem Handelsvertrags⸗ 
rovisorium rechtlich nichts mehr dem Aufent⸗ 
jalt Deutscher im französischen Mandatsgebiet im 
Wege. Es scheint aber, daß davon wenig Ge⸗ 
rauch gemacht werden kann. Von den 362 li— 
suidierten Grundstücken sind in öffentlicher Ver⸗ 
teigerung verkauft worden 132 an Franzosen, 
M an Engländer, 29 an Eingeborene und 12 an 
Angehörige anderer Staaten. Die Regierung hat 
ersteigert, 36 wegen angeblich mangelhafter 
Rechtstilel eingezogen, 40 durch Verkaufsrecht 
ind 67 mangels erfolgender Gebote sich zu eigen 
zemacht. Dafür hat sie durchschnittlich zehen 
Zfennig (pro Grundstück!) bezahlt!! Der Ge— 
amterlös beträgt die Lächerlichkeit von 11 Mill. 
Bapierfranken! 
Zogo 
a) Französisches Mandat. 
— 1925 1026 
Einfuhr . . ... 11218 10:07 6 —— —X 
Ausfuhr.. 7018 17 187 61577 79377 
esamnsandes 25 664 37 0- Sε Iö 279οö 5 öößI6Oνα 1837 805178 425 
BGoidira«n 
1012 
Bcao—— 
rant 
Einfuhr int 
Im allgemeinen gilt das bei Kamerun Gesagte 
äber die Entwicklung des Franken und die all— 
gemeine Weristeigerung der Produlte. In Gold— 
ranken umgerechnet zeigt der Gesamthandel 1925 
27,6 Mitl.s kaum eine Steigerung gegen 1912 
25,7 Mill.); zu berücksichtigen ist allerdings, daß 
has französische Mandatsgebiet nur 52000 qkm 
zegen 87200 und nur 747 000 Einwohner gegen 
10317185 zu deutscher Zeit umfaßt. Tätig waren 
326 Weiße (gegen 368). 
Der Staatshaushalt wird angegeben (in 
1000 Fr.) auf 3,6 in 1922; 5,9 in 1923; 8,2 
n 1924; 16,9 in 1295; 23,9 in 1926; die beiden 
etzten Jahre geben in Goldmark umgerechnet 
3,323,4 Mill.“ — Der deutsche Etat belief sich 
riicht (1914), wie das Bulletin du Comité de 
»Afridue francçaise (S. 226 v. Mai 1926) angibt. 
1912 192519268 
Mehlwaren.. 
Tabaftkk 
BSetränke. 
Petroleum..... 
Bekleidungsgegenstände. 
Metallwaren. .. 
Zement. 
1075 
zis 
13082 
177 
10715 
2216 
* 
1024 
222 
910 
2315 
934 
832 
2372 
2695 
163 
1228 
1944 
846 
15146 
3790 
Auskfuhr in 
Palmkerne... 111639 
Palmöl. .. . 3337 
Kakaobohnen. 288 
Baumwolle. .. 551 
Mais. 365 
Kopra.. 163 
3816 
2665 
1607 
1602 
1433 
1009 
2952 
2622 
5226 
1231 
3987 
380
	        
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