Sechster Abschnitt. Stimmen Eingeborener der deutschen Kolonien
ebens nie vergessen werde. Das wiederhole ich
sier von neuem. Ich bin deutsch, ich lebe deutsch,
cch sterbe deutsch. Ich bin immer bereit, das
Besagte zu wiederholen, wenn ich Sie zu Gesicht
bvekomme. Das Beste, was hier zu tun ist, besteht
darin, daß Sie bitte versuchen wollen, daß die
Musterkolonie wieder in die Hände Ihrer Nation
kommt. Denn Diebstahl, Mord, Raub und
Großsprecherei nehmen alltäglich überhand.
Brief eines Togonegers, 1920
Einige von den weißen Leuten sagten, Sie
kommen, einige sagten, Sie kommen nicht. Aber
cch glaube allen ihren Worten nicht. Ich bin
icher in meinem Herzen, daß Sie kommen. Lieber
Herr, mit der Kolonie geht es abwärts. Bitte,
sassen Sie mich wissen, wann Sie nach Lome
kommen, damit ich weiß, was ich zu tun habe.
Ein Togoneger an seinen deutschen
Herrn. Ende 1920
Das ganze Dualavolk liebt die französische
Regierung nicht. Diese hat den Menschenhandel
angefangen. Wir wollen lieber einen Deutschen,
wie tausend Franzosen. Wo bleiben die guten
deutschen Kaufleute? Es fehlt an Faktoreien, an
Stoffen, Arbeitsgerät uswp. Unter der Mehrzahl
der Eingeborenen besteht der Wunsch und das
Berlangen nach Rückkehr der Deutschen.
Brief, aus Kamerun: Junge
Maänner Dualas. 1900
„Unser Gedanken und Hoffen an euch ist be—
tändig . .. Sehr viele Menschen wurden durch
Gribis) Hustenkrankheit gestorben (wohl Grippe?ꝰ)
.. Wir vergiesen jetzt zum Teil das Deuische
Text im Schreiben, weil wir an Deuische nicht
mehr verkehnt, so die Sprache geht verloren. Sie
kann es hier in Brief bemerken. Trotzdem liegt
aber unsere armen Gedanken fortwährend an euch
anvergeßlich, Tag zu Tag und Jahr über Jahre
(wörtlich aus einem Briefe vom 20. 7. 21).
„Diejenigung, die bei uns sind (Franzosen)
so schlecht machen sie uns. Tie Frauen ziehen
aur Mattenblätter an, wie unsere NRütter vorher
getan, die Männer bloß die Baumrinde, wie
ansere Väter vorher gezieht hatte. Zwischen Lust
und Leid und Qual sind wir. O mein Herr, ich
hjabe jetzt verstandlos. Wahrlich, wahrlich sage
ich euch, von heute bis Ende der Erde kann ich
Ihnen nicht vergessen ... Bilte Herren, werdet
Jour nicht mehr bei uns kommen? Wir meinen.
ihr mußtet wieder nach Kamerun kommen ...
Wörtlich aus einem Briefe vom 19. 10. 21).
„Das ist nicht wahr, wir glauben es nicht,
denn eine bessere Arbeit wie die deutsche kann
kein Franzose leisten“ (wörtlich vom 15. 5. 28).
„Ich denke immer an unsere Deutschen und
hoffe, daß sie Erlaubnis hier zu kommen bitten
werden, weil alle ihnen lieben ... In Farm
ind alle Bäume nicht qut gewachsen, denn die
zranzosen haben keine Arbeitern, und weil sie
nicht östers gereinigt werden, so gehen alle kaput ..
Ich spreche mit den Franzosen wenig (von
hwarzem Briefschreiber unterstrichen). (Wörtlich
jom 22. 6. 21.)
„Schicke mir doch einmal einen Brief, damit
r mich aufrichte. Die französischen Zustände und
ie Art dieser Menschen lähmen mich und machen
nir das Herz schwach .. Ich weine um Euch
ille Tage, und alle Leute mit mir. Ihr müßt
viederkommen, damit die Franzosen wieder fort—
ehen. Denn die tun nichts anderes als die
eute schlagen, ihnen Geld (Steuer) abnehmen
nd über die Deutschen lästern. Wenn einer von
ihnen oder sonst irgend jemand schriebe, ihr sollt
a nicht wiederkommen, dann ist das gelogen.
henn alle Leute wünschen von Herzen, daß ihr
diederkommt, denn ihr Deutsche waret viel freund—
sccher gegen die schwarze Bevölkerung ... Über—
Il sehnt man sich nach Euch zurück. Ich muß
ie Wahrheit sagen: Alle Leule weinen! (Im
Jiginal unterstrichen!) Hier müssen wir jetzt an
en Bahnbauarbeiten an der Strecke von Eseka
ach Jaunde schwer helfen. Dabei sterben die
eute so zahlreich, wie sie kaum gestorben sind zu
zeiten des Krieges. Wie steht es jetzt in Europa
nit dem Krieg? Halten die Deutschen noch
us?“ (Wörtlich übersetzt aus einem Brief
om 21. 7. 22)
Er sei ermächtigt, im Namen des National-—
ongresses von Britisch-Westafrika zu erklären, daß
inter den Eingeborenen West-Afrikas Unzufrieden—
jeit wegen der Übertragung von Togo und Kamerun
in Frankreich herrsche ... Er betone ausdrücklich,
aß Frankreich heute nicht im Besitz von Kamerun
ind Togo wäre, wenn die Bevölkerung befragt
vorden wäre.
Abordnung westafrikanischer Neger
in Loͤndon 1921.
Wenn ich in die vergangene Zeit zurückblicke,
o sehe ich, daß die Deusschen mir und dem lieben
Togolande nur große Wohltaten erwiesen haben.
ich weiß, daß die Deutschen streng sind; aber
zarmherzigkeit, Gerechtigkeit und Wohltätigkeit
nnd bei ihnen zu finden. Haben die andern Na—
onen auch diese Eigenschaflen? Nein, gar nicht!
Zie sind heimtückisch, böse, geizig und lieben die
arbigen Angestellten nur in dem Auge. Von der
eutschen Zucht ist nur Gutes zu reden. Ein
renger, guter und wohltätiger Herr ist tausendmal
esser als ein heimtückischer, böser und geiziger.
In der deutschen Zeit war jeder Mensch seines
Lebens sicher. Ein einziger Mensch konnte ohne
Furcht das ganze Togoland bereisen; Mord und
daub kamen sehr selten vor. Und wie ist es
eute in Togo? Sehr schrecklich. Keiner darf es
etzt wagen, allein eine Fußreise von der Küste
rach dem Innern Togos zu machen ...
Ist das ganze Togoland deutsch gesinnt? Ja.
Togo steht immer auf deutscher Seite. Selbst in