Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

PRUNK DER HOFHALTUNGEN 
bestickten Leibrock und ein goldenes Amulett. Mitunter 
sind die Kleider auch von einer ganz besonderen Farbe, in 
China z. B. gelb und es ist allen anderen Sterblichen bei Todes- 
strafe verboten, sich derselben ‚,heiligen Farbe‘ an ihren 
Gewändern zu bedienen. Auf dem Haupte trägt der Regent 
einen ausgezeichneten Schmuck, einen Federputz, ein Diadem, 
eine Krone, und in den Händen werden die Attribute der Götter 
als die Symbole der Macht, die elfenbeinernen Zepter mit dem 
Adler, getragen (s. Abb. 148). 
In einer noch erhaltenen Inschrift sagt der ägyptische 
König Rampsinit: „Ich war gekrönt mit der Krone Atef und 
den Uräusschlangen, ich legte den Schmuck der Doppelfeder 
gleich wie der Gott Tanon an, ich setzte mich auf den Thron des 
Hormachu, bekleidet mit dem Prachtgewande des Sonnengottes 
Tum.“ Gott Amon selbst sagt in einem Gedichte zu dem 
Könige Thutmos III.: „Meine Krone auf Deinem Haupte, sie 
ist verzehrendes Feuer. Es leuchtet meine Königsschlange an 
Deiner Stirn. Du leuchtest in dem Angesichte der Feinde in 
meiner Gestalt.“ 
Am Hofe des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. 
trug die Tochter des Herrschers bei ihrer Vermählung ein 
Kleid, dessen Diamanten vier Millionen Taler wert 
waren, während 24 vornehme Hofleute ihr mit Wachsfackeln 
vorleuchteten. Als dann im Dezember 1700 der Kurfürst zur 
Königskrönung nach Königsberg reiste, führte er ein so zahl- 
reiches Gefolge mit: sich, daß er außer den Hunderten von 
Berlin mitgenommener Rosse noch weiterer 30 000 Vorspann- 
pferde bedurfte. Der Krönungsschmuck war viele Millionen 
Taler wert.!) Als der junge Kronprinz zum erstenmale ein 
Pferd bestieg, ließ Friedrich I. eine eigene Denkmünze 
auf das merkwürdige Ereignis schlagen —- solches forderte 
die Erhabenheit der königlichen Familie. 
Zur Zeit des höfischen Absolutismus war nach 
allgemeiner Anschauung das Königtum geradezu mit gött- 
licher Kraft ausgerüstet. Zum Zeichen dessen hatten der 
König von Frankreich und, weil auf den Besitz Frankreichs 
seit Eduard III. der König von England Ansprüche erhob, 
* Ebertv, Geschichte des preußischen Staates, II, 90 ff. 
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