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Die Organisation.
es werden dann alle Hilfsmittel der Abteilungen in den betreffenden Farben bestrichen oder
beklebt, um das sofortige Erkennen zu fördern und Verschleppen und Vertauschen zu verhin
dern; in einzelnen Fällen sind sogar ganze Räume entsprechend gestrichen worden.
Wegen der guten Übersicht und Auffälligkeit sind auch Lichtzeichen beliebt. Sie
können dauernd oder periodisch sein, gleichmäßig oder flimmernd leuchten, sie dienen zur
Kennzeichnung bestimmter Befehle und Anordnungen: Arbeitstätigkeit oder Schluß, Beginn
oder Ende einer Besprechung, wo zu erreichen, Achtung! Ihre Verbindung mit Farben ist
besonders zweckmäßig und vor allem für Verkehrsregelung aller Art gebräuchlich: rot = be
setzt; grün = frei; weiß = Achtung! In Warenhäusern dient zur Verkehrsregelung, besonders
bei Fahrstühlen, die Leuchtschrift. Sie ordnet auf einfache Weise die Wartenden und ver
meidet eilige und lästige Fragen. Auch zur Übermittlung von Mitteilungen, zur Ansage be
stimmter Ereignisse oder zur Veranlassung von Vorgängen sind Such- und Rufzeichen als Licht-
zeiohen insofern günstig, als sie ohne die oft störenden Geräusche anderer Verständigungsmittel
arbeiten und — im Gegensatz zu festen Schriftzeichen — nur zeitweilig bei Bedarf aufleuchten
und verschwinden. Als Beispiel sei die Verständigung durch Liohtzeichen zwischen Küche und
Bedienung im Hotel- und Gasthausgewerbe erwähnt.
Weitere Ordnungssymbole sind Lautzeiohen( Klingel, Rufe, Hupen); sie finden besondere
Anwendung zur Kennzeichnung gleicher Zeitabschnitte, das einfachste Mittel ist der perio
dische Gongsohlag der Uhr. Im Wirtsohaftsbetrieb wird durch Gong oder Klingeln Beginn
und Ende der Arbeit und der Pausen angezeigt.
Schließlich sind noch die Bewegungszeiohen (Winke) anzuführen, welche im Wirt
schaftsbetriebe jedoch nur bei großen Arbeiten (Bauten) verkommen; lediglich Verkehrs
betriebe (Eisenbahn, Sohiffsbetriebe) haben einen gut ausgebildeten Signaldienst durch Be
wegungszeichen .
b) Die Ordnungseinrichtungen. Auf der zweiten Stufe des Ordnens wird der zu
ordnende Stoff nach den Merkmalen, die durch Symbole verdeutlicht und festgelegt sind,
zusammengefaßt. Hier ist eine Darstellung der Geräte notwendig, welche einer räumlichen
Zusammenfassung dienen.
Typisch ist der Vordruck; er faßt bestimmte gleichartige Gesohäftsvorfälle zusammen und
sichert ihre fortlaufende gleichartige Ausführung. Zu unterscheiden ist der Korrespondenz
vordruck (als Bestell-, Orientierungs- und Kassenvordruok) und der Berichtsvordruck.
Zur Aufbewahrung von Schriftgut bzw. zur Festhaltung bestimmter Vorgänge in schrift
licher Form dienen Mappen, Ordner, Hefte, Bücher (zum Beispiel Kontobuch, Protokollbuch,
Kalkulationsbuch, Auftragsbuch), die Kartei mit ihren verschiedenen Hilfsmitteln (Tab,
Kerbsohnitt, Reiter usw.). Sie unterscheiden sich lediglich durch technische Einzelheiten und
durch die Art und Form, in der das aufbewahrte Schriftgut mit ihm verbunden ist. Dabei ist
das Buch als typisches Hilfsmittel der Ordnungsreihe anzusprechen, während die Kartei
— weniger ausgeprägt auch Ordner und Hefter — auch eine Gruppierung zulassen.
Lediglich angeführt werden sollen zum Schluß die Ordnungsmöbel: Gestelle, Fächer usw.,
über die eine Flut von Veröffentlichungen vorliegt, welche zwar meist von den Herstellern
oder Händlern stammen, aber trotzdem für den praktischen Organisator von großem Wert
sind. Hier jedoch können sie nur als Merkposten eingesetzt werden.
IV. Die Aufgabengliederung.
1. Wesen und Arten. Die Aufgabengliederung ist im Grunde als eine Fort
führung der Ordnung anzusehen: sie unterteilt die im Betrieb anfallenden Auf
gaben nach Gesichtspunkten der Gleichartigkeit einzelner Arbeitsvorrichtungen,
Leistungsmöglichkeiten oder Zeitabschnitten. Daher soll hier statt der gewöhn
lichen Bezeichnung Arbeitsteilung, unter der der Fragenkreis im Schrifttum zu
meist behandelt wird, der Oberbegriff Aufgabengliederung gesetzt werden, da ein
mal der Begriff Arbeit für den Umfang der zu erfassenden Fragen zu eng, der
Ausdruck Teilung gegenüber Gliederung aber insofern nicht genau ist, weil er den
„organisatorischen Zusammenhang, in dem die Teile bleiben müssen“ 1 , nicht mit
ausdrückt.
So einfach jedoch die gegebene Erklärung sich der oberflächlichen Betrachtung
darbietet, so verwirrend zeigt sie sich der tieferen Einsicht. Die Vielheit und
Mannigfaltigkeit der betrieblichen Aufgaben ist bereits früher aufgezeigt worden.
An dieser Stelle wird es notwendig, für die Vielgestaltigkeit, die jeden Wirtschafts-
1 Nicklisoh: Die Betriebswirtschaft, S. 242; auch Hellpaoh: Zur Arbeits- und Be-
triebsteihmg (das Problem der Arbeitsgestaltung).