Sicherung des Arbeitsverhältnifjes.
Berufsverbänden verfdhtedener Art, aber gleicher wirtfhaftspoli«
tifher Ridtung gefhaffen worden. Die Tätigkeit diefer Gewerk-
iqaftskartelle ijft fehr vielfeitig. U. a. liegt ihnen ob, die Werbe
arbeit, die Errichtung von Herbergen und Gewerk[Haftshäufjern,
die Aufftelung der Kandidatenlijten bei Gewerbegerichtss, Kranken
kaffenwahlen u. a. m. Sie haben eigene Bureaus, Auskunftsjtellen
und Arbeiterfekretariate, die von berufsmäßigen Gewerkfhafts»
beamten geleitet werden, betreiben den Rechtsihuk ihrer Mitglier
der, forgen für Bildung und Belehrung, . veranjtalten Unterhal-
tungsabende, ridten Bibliotheken und Lefehallen ein und ders
gleiden mehr. Die Unterftüßung und Leitung von Streiks {lt
dagegen den einzelnen Zentralverbänden vorbehalten.
Die, Einheitligkeit und das fejte Gefüge diefer Organifation,
nicht 3zulegt aber ihre zum Teil recdt beträcztliden Dermögen
haben die Gewerkfhaften zu einem Machtfaktor gemadıt, der
nicht mehr übergangen werden kann. Ihre Madzt wäre nod} viel
größer, wenn nicht die Spaltung in drei fdjarf voneinander ges
jhiedene Gruppen eingetreten wäre, an deren Derfhmelzung, troß
weitgehender Konzentrationstendenzen einjtweilen nicht zu denken
ijt. Immerhin bringt die Notwendigkeit des Sufammengehens beim
Abjchlußg von Tarifverträgen die verfhiedenen Richtungen ein»
ander aNlmählid näher.
Die Politifierung der Gewerkfhaften hat aber nicht nur zu
Kämpfen 3wifdjen den einzelnen GewerkjHhaftsgruppen geführt,
jondern einzelne Derbände felbit zum Schauplag heftiger Kämpfe
gemacht. In diejer Beziehung find die „freien Gewerkfchaften“
am jqhwerften betroffen, in deren Reihen Sozialdemokraten vers
jhiedener Richtung und Kommunifjten nebeneinander jtehen. Dor
allem hat die Frage des Anjchlujfes an die fogenannte „dritte
Internationale“ von Moskau fHwerfte Konflikte heraufbes
jhworen. Dur die für diefer Anfhluß eintretenden Kommuni-
iten ijt ein Zünödftoff in die Gewerkjhaftsbewegung hineingetragen
worden, der fchon verfhiedentlid zu Erplofionen geführt und die
Zentralverbände zu fhärfitem Dorgehen gegen die den Gewerks
j&aftsgedanken zerjfekenden Elemente gezwungen hat.
Zweifellos befinden fidhh die Gewerkjchaften aller Ridtungen
heute in einem tiefgreifenden Ummwandlungsprozeß. Wohin diefer
führen, in welcher Weije das neue Tarifrecht, der Einfluß der
Betriebsräte und manches andere auf ihn zurückwirken wird, ijt
heute nodz nit abzufehen. Jedenfalls ijt es für die gefamte wirt:
ichaftlidhe und foziale Entwiklung unjeres Daterlandes von aus»