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an einem Nebenflusse der Donau oder an einem Kanale liegen;
andere Staaten machen große Paß- und Zollschwierigkeiten;: das
rlußbett ist stellenweise in recht kläglicher Verfassung, einzelne
Stellen sind seit Jahren nicht gebaggert, die Donaumündung ist
durch Monate versandet; hier gilt es wahrlich, mit der größten
Energie Wandel zu schaffen, denn das Irrationelle im Verkehr
ınd auf internationalem Gebiete tritt wohl kaum anderswo So
deutlich zutage als in der Donaufrage.
10. Rationalisierung des Geld- und Kreditverkehres.
Auch hier handelt es um eine notwendige Ergänzung der
Rationalisierung der Produktion und des Handels. Es gibt Mittel
und Wege, um die Kosten des Zahlungs- und Kreditverkehres
erheblich zu senken und dadurch nicht bloß den Kredit zu ver-
billigen, sondern auch der Wirtschaft reichlichere Beträge zu
ihrer Entwicklung zuzuführen, also eminent rationelle Ziele, insbe-
sondere auch in dem Sinne, daß dann die technische und organi-
satorische Rationalisierung der Betriebe rascher und in größerem
Umfange möglich ist.
Die weitaus wichtigste Frage, die uns hier zu beschäftigen hat,
ist die Verbilligung der Kosten des Kredits durch Verminderung
der Betriebskosten der Kreditinstitute. Wie bei jeder Ware,
müssen auch beim Kredit durch Rationalisierung die Herstellungs-
kosten ständig verringert und damit der »Absatz« dieser Ware
ständig vermehrt werden. In Deutschland befaßte man sich wieder-
holt mit diesem Problem; wir verweisen auf einen Aufsatz in der
‚Frankfurter Zeitung« vom 1. Mai 1925 und auf die Debatte über
‚Rationalisierung des Bankgewerbes« im Unterausschusse des
Enqueteausschusses, Oktober 1926, wo Direktor Schoele den
Bericht erstattete. Er verwies einleitend auf den außerordentlichen
Betrag der »Unkosten« der Banken, der also im volkswirtschaft-
lichen Interesse unbedingt soweit als möglich verringert werden
müsse. 1925 betrugen bei den sieben Berliner Großbanken die
Unkosten 84 Prozent (die reinen Unkosten 76 Prozent) des Roh-
gewinnes, um ein Drittel mehr als 1913. Seine Reformvorschläge
waren: Kontonumerierung wie beim Postscheckverkehr; Durch-
schreibverfahren (noch 1921 stellte eine D-Bank Schlußbrief-
Duplikate aus); vermehrte Anwendung moderner Buchungs-