Full text: Sittlichkeit in Ziffern?

Nationale Unterschiede. 
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ziffern in Italien von 1834 hat er nachgewiesen, daß die natio- 
nale Gemeinsamkeit das geschlechtliche Verhalten mehr be- 
stimmte als wirtschaftliche Affinität oder staatliche Einheit. 
Zu einer Zeit, in welcher Mailand und Venedig Teile des öster- 
reichischen Kaiserstaates bildeten, während Piemont mit dem 
Herzogtum Savoyen im Königreich Sardinien vereint war, 
wiesen die italienischen Städte homogenere Zahlen auf als die 
hier französischen und dort deutschen Gebiete, mit denen sie 
staatlich unter annähernd den gleichen Gesetzen zusammen- 
lebten; und zwar blieb dieses gleiche Verhalten auch da er- 
kennbar, wo die wirtschaftliche und soziale Struktur der ein- 
zelnen italienischen Städte untereinander weniger Ähnlichkeit 
aufwies als mit anderen Fremdstädten des gleichen Staats- 
gebietes. 
Folgende Tabellen dürften dies veranschaulichen. Es ent- 
BRelen in: 
1830—1837 
Unterösterreich (deutsch) auf 100000 Geburten 773 unehel. Geburten 
Oberösterreich % 519 
Steiermark » „ 688 
Lombardei (ital) 1588 
Venetien . 115. 
1841 kamen in der Lombardei 104661 eheliche und 4026 
uneheliche, im Venetianischen 85728 eheliche und 1132 un- 
eheliche Geburten, in Österreich nieder der Enns 41462 ehe- 
liche und 12794 uneheliche Kinder vor. Danach verhielt sich 
die Zahl der unehelichen zur Zahl der ehelichen Geburten: 
in der Lombardei (ital.) ‚ wie 1 zu 24, 
in Venetien (ital). . ..Ä... wie l1 zu 39. 
in Österreich nieder der Enns (deutsch). . . wie 1 zu 92. 
Auf die Hauptstädte des österreichischen Kaiserstaates be- 
rechnet, ergeben sich die gleichen Resultate.
	        
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