fullscreen: Die Social-Demokratie

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I. Einleitung. 
(1874, 33) mit anerkennenswerther Offenheit das Geständ- 
niß ab: 
„Der Mangel eines solchen Systems, respective 
„radicalen Programmes, ist kein Mangel an Ein- 
„sicht, wie Herr Dühring glaubt, sondern nur eine Frage 
„der Praxis. Eine Agitations- und Kampsespartei wird 
„Seitens der Staatsgewalt anders behandelt, wie ein wissen- 
„schaftliches Buch. Das Programm der social-demokratischen 
„Arbeiterpartei ist anerkannternlaßen sehr lückenhaft, hat aber 
„doch zum Leipziger Hochverrathsprozeß und zahlreichen 
„anderen Verfolgungen geführt. Man kann nicht immer 
„den besten, man muß oft nur den niöglichen Weg wählen." 
Nach einem solchen Geständniß wäre es in der That 
eine starke Zumnthung, sich bei einer Beurtheilung der socia 
listischen Bestrebungen ausschließlich an den Wortlallt jenes 
Programmes zu halten. Auch die officielle Interpretation 
desselben, wie sie die neueste Agitationsnummer (Bolksstaat 
1874, 151) bringt, schafft nicht größere Klarheit, sondern 
gefällt sich in Allgemeinheiten, wenn sie als Résumé einer 
langen Auseinandersetzung mit großer Emphase ausruft: 
„Wir wollen Gerechtigkeit und bekämpfen das Unrecht." 
„Wir wollen die freie Arbeit und bekämpfen die Lohn 
sklaverei." 
„Wir wollen das Wohlergehen Aller und bekämpfen das 
Elend." 
„Wir wollen die Bildung Aller und bekämpfen die Un 
wissenheit und Barbarei." 
„Wir wollet, Friede und Ordnung und bekämpfen den 
Völkermord, den Klassenlrieg, die gesellschaftliche Anarchie." 
„Wir wollen den socialistischen Bolksstaat und bekämpfen 
den despotischen Klassenstaat."
	        
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