38 Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden.
zielen müssen und welchen Schaden die z. T. in ungeheuerlichem Ausmaß auf-
tretenden. falschen wirtschaftlichen Theorien über unsere Frage den deutschen
Interessen. zufügen,
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Unsere Untersuchung hat in den Abschnitten 0-—d die denkbaren Möglichkeiten
privatwirtschaftlicher Ausnutzung der durch die dauernden Veränderungen von
Wechselkurs und Zins im Inlande und Auslande entstehenden wechselnden Kon:
stellationen zu einem großen und geschlossenen System zusammengestellt. Der
Wirkungsgrad der einzelnen Mechanismen des Systems ist bereits an sich ver-
schieden groß; die Störung und Auflockerung der Beziehungen zwischen den Geld;
bzw. Kapitalmärkten der Welt durch Kriegs- und. Nachkriegszeit hat die Wirksamkeit
ler Mechanismen verschlechtert, sodaß der Verkehr sich nicht überall des ganzen
großen Systems bedienen kann, sondern sich mit einer behelfsmäßigen Verkehrs.
abwicklung mittels der wichtigsten Teile des Systems begnügen muß. Die Uner-
bittlichkeit, Unabdingbarkeit und Eindeutigkeit des volkswirtschaftlichen Tatbestan-
des wird je länger umso mehr das ganze System zur Konsolidierung des Passiv-
Saldos unserer Zahlungsbilanz wieder, soweit nicht schon geschehen, in Dienst
stellen und über ungünstige Mentalitäten und falsche theoretische Auffassungen hin-
wegschreiten. Vorher liegen Reibungsverluste, welche den deutschen Interessen
und damit zugleich der Weltwirtschaft abträglich sind, durch Verbreitung richtigen
weltwirtschaftlichen Denkens aber vermindert werden können. Wie wichtig und
richtig im übrigen das aufgestellte System ist, möge der Fachmann an dem exakten,
durch Tatsachen belegten Ergebnis meiner früheren Untersuchung über das Verhält-
nis von kurzem und langem Wechselkurs!) erkennen, worauf hier nicht näher
eingegangen. werden kann.
1) Mahlberg, Der Preismechanismus der Kurz-Lang-Spannung am Devisenmarkt, Zeit-
schrift für Handelswissenschaftliche Forschung, 13. Jahrgang, G. A. Gloeckner, Leipzig 1919.