Full text: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

64 Die Sabotage der Reparationszahlung durch den Mechanismus der Weltwirtschaft, 
es Zwangsinvestierung ist, der sonst wichtige und durchschlagende Maßstab, ob 
nämlich der Kapitalmarkt durch Hergabe des Geldes die Unternehmerabsichten des 
einzelnen Unternehmers gutheißt, so wie so unter den Tisch fallen. 
Nunmehr ergeben sich folgende Nachteile des Sachlieferungssystems. 
A. Es erfolgen unnötige Warenbewegungen. Wir produzieren und exportieren 
Betriebsapparate für andere Länder. Den Betriebsapparat, den wir selbst brauchen, 
produzieren andere und importieren ihn zu uns, Diese Warenbewegung erfolgt nicht 
aus Gründen der internationalen Arbeitsteilung, standorts-mäßig bedingt, sondern 
weil ein Wiederherstellungsfanatismus die Völker mit Blindheit schlägt und sie 
in dem Glauben läßt, als könne man der Welt eine Zwangswirtschaft oktroyieren, 
aachdem erst wenige Jahre verflossen sind, seitdem man die Sinnlosigkeit der 
inländischen Zwangswirtschaft erkannt hat. 
2. Das Sachlieferungssystem ist doppelte Zwangswirtschaft. Da die Sach- 
lieferungen natürlich ebenfalls Kapital darstellen, so erfolgt ein Zzwangswirtschaft- 
licher Eingriff in die Freiheit der Weltwirtschaft, a) bei der Kapitalbildung durch. 
Zwangszahlung an den Reparationsagenten und b) bei der Investierung, indem nicht 
das freie Spiel der Kräfte die Güter auswählt, in welchen das Kapital investiert 
werden soll, sondern einzelne Personen, bestenfalls ein Gremium, das aber nicht 
den eigenen Kopf für die wirtschaftliche Richtigkeit der Auswahl der Sachliefe» 
rungen :hinhält. 
3. Der Nachteil der Sachlieferungen für uns besteht in der Möglichkeit, daß 
wir den Konsum einschränken, daß wir knickerig werden, um auch das nach 
obigen Ausführungen vom Ausland einzuführende Neukapital zwecks Wirtschafts- 
erweiterung noch aus eigenem Fett abzuschwitzen. Die Konsumeinschränkung 
würde sich als eine Kulturstörung erweisen, denn einschränken würde man 
nicht den gewöhnlichen Konsum, sondern die Kapitalverwendung für Zwecke, 
die bei kurzsichtiger Betrachtung am leichtesten zu entbehren 
sind. 
Die Erkenntnis der Sinnlosigkeit der Sachlieferungen ist im übrigen auf dem 
Marsch; der Egoismus der Empfänger streitet gegen sie.
	        
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