Landwirtschaft.
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denen Spielarten, gestattet. Aus demselben Grund ist auch die
Produktion dieser beiden Kulturgewächse über das ganze Land
gleichmäßiger verteilt als die irgend welcher anderer Kulturen;
nur die trockenen Gebiete Niederkaliforniens und Yucatäns
zeigen eine geringfügige Produktion!). Die Maisernte ist zuU-
weilen recht ansehnlich (1924: 19.033 t = 1-7 Millionen Pesos).
Dagegen ist der Anbau der europäischen Getreide-
arten in den Tropen auf die Regionen oberhalb 1500 m (bis
etwa 3200 m) ü. M. beschränkt und senkt sich nur in den außer-
tropischen Gebieten tief herab. Außerdem sind die regenfeuchten
Regionen des kalten Landes für den Getreidebau wenig geeignet,
so daß derselbe also in den Tropen hauptsächlich auf das
trockene Hochland beschränkt bleibt. Das Hauptweizengebiet
Mexicos liegt im Zentrum des mexicanischen Hochlandes, wo
bei Bewässerung und Abwechslung mit Maiskultur in zwei
Jahren drei Ernten möglich sind, eine von Weizen und zwei von
Mais. Der Bau von Eisenbahnen hat hier den Weizenbau sehr
gehoben”).
1) Im Staat Yucatän ist die geringe Produktion allerdings teilweise
darauf zurückzuführen, daß fast alle erhältlichen landwirtschaftlichen
Arbeitskräfte für Henequenkultur verwendet werden.
%) Stellenweise ist auch in Gegenden mit stark ausgeprägter Trocken-
zeit durch eine Art Trockenfarmen die Erzeugung erheblich gesteigert
worden. Dr. F. Petersen teilt mir darüber mit: „Um den Pflanzen in
solchen Gegenden (z. B. Puebla) genügend Feuchtigkeit während der
Vegetationsperiode zur Verfügung zu stellen, werden die Regenmengen
von 2 Jahren im Boden aufgesammelt und während dieser Zeit wird der
Boden nicht bebaut, sondern nur dafür gesorgt, daß nach erfolgtem Regen
die Oberkrume des Bodens aufgelockert wird und damit die Kapillar-
röhrehen unterbrochen werden. Für deutsche Verhältnisse wäre der
geringe in den 6 Trockenmonaten fallende Niederschlag (1174 mm,
November bis April) zwar ausreichend, aber es ist zu bedenken, daß in
Mexico während dieser Zeit stets die Sonne scheint und daß es starke
trockene Winde gibt, die den Boden sehr austrocknen.
Um den Weizen, der im Oktober bis November gesät wird, genügend
Feuchtigkeit zur Verfügung zu stellen, wird das Land tief gepflügt, zirka
95 cm tief, auf den besseren Ländereien auch noch mit dem Untergrund-
pflug bis zu 70cm aufgelockert. Während der Regenmonate kann der
Acker dann genügend Feuchtigkeit in sich aufnehmen, außerdem können
die Wurzeln genügend tief eindringen und somit die Feuchtigkeit mehr