Klima.
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des Landes (im Nordwesten) unter 250 mm Regen und sind
Jaher wüstenhaft. Weitere 17% des Landes erhalten zwischen
250 und 500mm Niederschlag und sind daher für den Acker-
bau noch auf künstliche Bewässerung angewiesen. Weitere
42% des Landes erhalten 500-—1000 mm Regen, so daß Acker-
bau ohne künstliche Bewässerung möglich ist; aber der Regen-
fall schwankt in seiner Menge und seiner Eintrittszeit stark,
weshalb man durchschnittlich in diesen Gebieten alle 4—5 Jahre
mit einer Mißernte rechnen muß, die es erklärt, daß Mexico
nicht selten erhebliche Mengen von Mais und anderen Lebens-
mitteln einführen muß. Etwa 20% des Landes erhalten im Jahre
i—2 m Regen, so daß der Ackerbau sichere Ergebnisse bietet,
6% des Landes weisen einen Niederschlag von über 2m auf.
Für Handel und Verkehr bedeutet das Auftreten der Regen-
zeit einen gewissen Tiefstand; viele Fahr-, Reit- und Fußwege
sind in dieser Zeit fast bodenlos und unpassierbar, viele Flüsse
undurchwatbar geworden oder aus den Ufern getreten, selbst
die Bahnen werden dann zuweilen durch Rutschungen und
Unterwaschungen unterbrochen, so daß der Verkehr aufs Aller-
notwendigste beschränkt wird. So bildet sich in sehr vielen
Gegenden ein Hochstand des Handels und Verkehrs heraus
kurz vor Beginn der Regenzeit, da dann die ländliche und die
Bergwerksbevölkerung sich für die Regenzeit versorgen; erneute
Zunahme des Handels und Verkehrs setzt dann erst wieder
ein nach dem Einbringen der Ernten und Austrocknen der
Wege.
In den höchsten Regionen des tropischen Hochlandes von
Mexico sowie — im transisthmischen Gebiet — auf dem Vulkan
Tacanä fällt nicht selten Schnee; selbst in der Hauptstadt ist
schon zuweilen Schnee gefallen und in den nördlichen Teilen
der Republik kommt sogar im Tiefland manchmal Schneefall
vor. Ewiger Schnee findet sich aber nur auf den höchsten Vul-
kanen des Landes: Pie von Orizaba, Popocatepetl und Iztacci-
huatl, Gletscher nur auf letzteren beiden. Die Höhe der Schnee-
grenze ist je nach der Exposition gegen die Sonne verschieden;
sie liegt nahe bei 4500 m. Hagel ist im kalten und selbst ge-
mäßigten Land nicht selten.