Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Land noch nicht genug gewesen wären, kamen auch 
noch die englischen und europäischen Kapitalisten und 
verlangten ihr Geld zurück, und zwar schleunigst und 
auf der Stelle. Sie wollten Gold haben, solange es 
noch Gold in Amerika gab, und sie verkauften alle die 
Papiere, die sie vor kurzem erst noch mit so großem 
Eifer gekauft hatten, wieder nach den Vereinigten 
Staaten zurück. 
So wuchsen die amerikanischen Konten auf der 
Sollseite der Bücher ausländischer Banken be- 
ängstigend an. Der Kurs englischer Devisen an der 
New Yorker Börse stieg und stieg. Die Wirkung dieser 
Kurssteigerung auf das Schatzamt war ungefähr so 
wie der eines Messerstiches in den Arm. Ausländische 
Devisen sind sozusagen auf eine ausländische Bank 
gezogene Wechsel, die im Inland verkauft werden. Sie 
sind Stellvertreter von Goldmünzen, und diese sind 
das einzige international gültige Geld. Da die Banken 
als Clearing House für alle auswärtigen Verpflich- 
tungen dienen, kann die Summe aller Transaktionen, 
die ein Land mit einem anderen ausführt, als eine 
einzige große Transaktion behandelt werden, so daß 
sich im internationalen Verkehr stets ein Überschuß 
oder ein Defizit für jedes Land ergibt. Wenn sich also 
für ein bestimmtes Land, etwa für die Vereinigten 
Staaten, ein Defizit ergibt, das heißt, wenn die Ver- 
bindlichkeiten nicht gedeckt werden können, so steigen 
die Kurse der ausländischen Devisen in diesem Land 
immer höher, bis mit Gold selbst gezahlt werden muß. 
Der einzige Ort, wo man in den Vereinigten Staaten 
für die Deckung der Verbindlichkeiten Gold erhalten 
konnte, war das Schatzamt. 
Langsam, aber sicher verschwand das Gold der 
Regierung. Teilweise wurde es außer Landes ge- 
schickt, teilweise wurde es im Land selbst von den er- 
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