Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Gold, das er selbst erst sich vom Schatzamt geben 
ließ, sondern anderes Gold, und der sich verpflichtete, 
dem unnatürlichen Ansturm auf das Schatzamt ein 
Ende zu machen. Als Gegenleistung für diesen un- 
gewöhnlichen und noch niemals geleisteten Dienst ge- 
stand die Regierung einen ungewöhnlich hohen Zins- 
satz zu. In diesem verhältnismäßig hohen Zinssatz 
{and Morgan, der Manager dieses Geschäftes, nicht so 
sehr Gewinn für sich als vielmehr einen Hebel, den 
er ansetzen konnte, um die Lage zu kontrollieren. 
Sehr bald nach der Unterzeichnung des Vertrages 
hatte sich ein Konsortium gebildet, um die Verschrei- 
bungen zu übernehmen, Seine Führer waren Morgan 
und Belmont, und sie setzten auf die Liste der Kon- 
sortialen Banken, Devisen- und Edelmetallhändler, da 
sie dies für die stärkste Kombination hielten, Sie be- 
absichtigten, eine starke Mauer um das Schatzamt zu 
errichten und durch ihre Kontrolle der Devisenkurse 
ieden weiteren Ansturm auf den Reservefonds zu ver- 
hindern. Alle Konsortialen verpflichteten sich, nach 
Maßgabe der von ihnen übernommenen Verschrei- 
bungen Gold zu liefern, und verpflichteten sich noch- 
mals ausdrücklich, dieses Gold nicht dem Schatzamt 
zu entnehmen, Den Konsortialen wurden die Schuld- 
verschreibungen zum Ausgabekurs der Regierung 
üibereignet und dem Publikum zu einem Kurs von 
etwas über 112 angeboten. Das Konsortium brachte 
zu diesen Bedingungen eine Hälfte der gesamten Aus- 
gabe in den Vereinigten Staaten unter, die andere 
Hälfte wurde zu etwas geringerem Kurs in Europa ab- 
gesetzt. Da der Kurs später auf 120 stieg, trugen alle 
Zeichner einen Gewinn davon. So war der Erfolg der 
Transaktion gesichert. Und da ferner nicht alle Ver- 
schreibungen auf einmal ausgegeben wurden, sondern 
nach und nach, je nachdem, wieviel Gold das Schatz- 
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