so wie etwa Stephensons „Rocket dem Wunder aus
Eisen und Stahl, das einen modernen Expreß zieht.
Seine Beziehungen zu der Arbeiterschaft gingen in
ihrem patriarchalischen Aufbau auf noch frühere
Zeiten zurück. Viel ist über ihn bekanntgeworden,
wohl alles, was von Interesse für das große Publikum
sein kann — manches wird natürlich niemals bekannt-
werden, seine Geschäftsgeheimnisse nämlich, die wirk-
lichen Gestehungskosten seiner Erzeugnisse und die
Grundlagen seiner Preispolitik.
Der Stahltrust gewinnt aber im Zusammenhang
mit Morgans Leben noch eine besondere Bedeutung.
Er ist sein Werk. Nicht so, als ob er ausschließlich
sein Werk sei. Vieles mußte zusammenkommen, um
ihn möglich zu machen: der Eisenfabrikant Kelly in
Kentucky erfand das Luftgebläse; Bessemer, Mushet,
Ward, Hewitt, Jones, Carnegie, Frick, Schwab, Corey
arbeiteten jeder auf seinem Gebiete; auch die Gewerk-
schaft der Eisen- und Stahlarbeiter hat ihren Anteil;
nicht zu vergessen ist das stählerne Zeitalter mit
seinen Fabrikstädten, Untergrundbahnen, Schiffen,
Panzerplatten, Stahlmöbeln und überhaupt der Ver-
wendung von Stahl auf fast allen Gebieten des’ mensch-
lichen Lebens; und schließlich kommt hinzu das Heran-
strömen dieser riesigen Massen frischer, kräftiger
Menschen aus den rückständigen Ländern Europas,
wie Ungarn, Polen und Rußland, die zwar wenig Ge-
hirn, aber desto mehr animalische Kraft hatten, die
sich bei der Stahlherstellung verwenden ließ. Trotz-
dem kann man den Stahltrust wohl als Morgans ur-
eigenstes Werk bezeichnen. Er ist in seiner Weise die
beste Verkörperung der Ideen Morgans, ein riesen-
haftes Denkmal für ihn.
Während der Stahltrust nicht ganz 60 Prozent der
amerikanischen Industrie umschloß, war er in der
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