Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Staaten, die auf dem Geldmarkt der Vereinigten 
Staaten Kapital suchten, um sich ihrer überfälligen 
Verbindlichkeiten zu entledigen. 
Im ersten Teil der zweiten Amtsperiode des Präsi- 
denten Theodore Roosevelt gelang es Morgan, sich 
sehr wichtige Konzessionen für den Bau einer Eisen- 
bahn in das Innere von China zu sichern. Es war die 
Beteiligung von etwa 50 Millionen Dollar amerika- 
nischen Kapitals an diesem Unternehmen vorgesehen. 
Es erhob sich jedoch in China unter dem Volk eine 
außerordentlich heftige Gegnerschaft gegen die In- 
anspruchnahme ausländischen Kapitals für diesen 
Zweck. Die chinesische Regierung wurde endlich ge- 
zwungen, diesem Gefühl des Volkes Rechnung zu 
tragen, und sie teilte der amerikanischen Regierung 
mit, wenn die Amerikaner darauf bestünden, das 
Unternehmen durchzuführen, so könnten sich ge- 
fährliche Reibereien ergeben, Zwar wußte niemand, 
was eigentlich die Ursache der chinesischen Erregung 
war, aber es war nicht zu verkennen, daß es sich um 
etwas Ernstliches handelte. Es sprach vieles dafür, 
die genau umschriebenen Rechte der Amerikaner in 
diesem Streitfall, wenn nötig, mit Gewalt zu sichern, 
und es wurde viel davon gesprochen, daß die ameri- 
kanische Regierung einen diplomatischen Druck auf 
China ausüben müsse, um den amerikanischen Kon- 
zessionären die Fortführung ihrer Arbeiten zu ermög- 
lichen. Aber Morgan war damals in Europa, und ob- 
wohl die Leute viel redeten, warteten sie mit Taten 
doch lieber, bis „.J. P.“ seine Meinung ausgedrückt 
hatte. 
Sobald Morgan von diesen Schwierigkeiten erfuhr, 
kürzte er seinen Besuch in Europa ab, kehrte nach 
Amerika zurück und suchte sofort Präsident Roose- 
velt in Oyster Bay auf, Er wollte freimütig mit dem 
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