Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

liche Besprechungen sind wohl kaum vorher einmal 
abgehalten worden. Es war eine seltsame Szene: man 
stelle sich die wunderbare Einrichtung der Bibliothek 
vor, die seltenen und teuer erworbenen Kunstschätze, 
Erinnerungen an eine künstlerischer veranlagte Zivi- 
lisation, und den allmächtigen Finanzmann, der das 
letzte Wort in jeder Frage der Praxis sprach, der aber 
wenig sagte und selbst den anderen kaum zuzuhören 
schien. Da kam Gary mit Lewis Cass Ledyard und 
einigen anderen und sprach über die Tennessee Coal 
& Iron. Die Maklerfirma Moore & Schley hatte 
für Anleihen von verschiedenen Banken 6 Millionen 
Dollar Anteile der Tennessee Coal & Iron verpfändet. 
Die Banken hatten die Anleihen gekündigt und ver- 
langt, daß Moore & Schley die Tennesseeaktien zu- 
rücknehmen sollten. Ledyard sagte, Moore & Schley 
und viele Banken stünden vor dem Zusammenbruch, 
wenn man die Aktien nicht kaufte. Und Morgan sagte 
zu Garv: 
„Ich weiß nicht, ob die United States Steel Cor- 
poration das Paket gerade jetzt kaufen kann. Das 
müssen Sie besser wissen. Wenn Sie oder jemand an- 
ders es aber nicht kauft und so Hilfe schafft, so kann 
man nicht vorhersehen, was die Wirkung auf die Fi- 
nanzlage im ganzen Land sein wird. Wenn Sie kaufen 
können, so zweifle ich nicht, daß die Schwierigkeiten 
damit überwunden werden. Ich werde Ihnen nachher 
Ledyard schicken, um zu sehen, was Sie tun können.” 
Gary sagte, er wolle keinen Schritt in der An- 
gelegenheit tun, ohne vorher in Washington sich nach 
der Haltung des Präsidenten und des Justizministe- 
riums erkundigt zu haben. 
„Haben sie das Recht“, fragte Morgan, „zu ent- 
scheiden, ob die United States Steel diese Gesellschaft 
kaufen darf oder nicht?” 
717
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.