Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

den Frau. Sie erlebte jedoch nur wenige Monate ihrer 
Ehe. 
Darauf kehrte er nach New York zurück und wid- 
mete sich wieder seiner Arbeit, Er lebte ruhig und 
zurückgezogen, begann den Tag mit einem Ritt im 
Central Park und verbrachte die Abende oft im Hause 
eines seiner Freunde. Sein schon immer großes Inter- 
esse an Bildern wuchs in dieser Zeit. Er kaufte sein 
erstes Ölgemälde bei einer für die Sanitary Commission 
abgehaltenen Versteigerung. Es war das Porträt einer 
zarten jungen Dame von einem Maler namens Baker 
und kostete 1500 Dollar. Das Bild hing viele Jahre 
über dem Kamin in der Bibliothek von Morgans Haus, 
42 West 21st Street. 
Seine erste bemerkenswerte Transaktion wurde 
nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges unternommen, 
als Charleston belagert wurde. Gold wurde damals 
mit Aufgeld gehandelt, aber man nahm an, daß Charle- 
ston fallen werde und mit ihm der Preis des Goldes. 
In dieser Annahme verschoben die Importeure, die dem 
Ausland Geld schuldeten, von Tag zu Tag die Beglei- 
chung ihrer fälligen Verbindlichkeiten, da sie hofften, 
das hierzu nötige Gold später zu viel geringerem Preis 
zu erhalten, als es die gegenwärtige Notierung ermög- 
lichte. Allmählich dämmerte ihnen jedoch die Wahr- 
heit, nämlich daß Charleston uneinnehmbar sei. In- 
zwischen erzwang die Marktlage Verschiffungen von 
Gold nach London. Dadurch wurde die Lage noch ge- 
spannter, denn jede Goldausfuhr trieb den Preis des 
Edelmetalls noch höher. 
Der Ort, wo man diese furchtbare Aufwärts- 
bewegung am besten beobachten konnte, war der so- 
genannte „Gold Room“. Dies war ein privates Unter- 
nehmen von einem gewissen Gallagher an der Ecke 
von William Street und Exchange Place. Gegen eine 
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