auftragt zu sein, den Krieg zu beendigen. Gegen Mor-
gan persönlich habe er gar nichts, er wolle nur durch
derartige Terrorakte zur Beendigung des Weltkrieges
beitragen. Er gestand auch ein, bereits ein Spreng-
stoffattentat gegen das Kapitol in Washington verübt
zu haben. Er machte durchaus den Eindruck eines
Wahnsinnigen. Im Gefängnis verübte er am 6. Juli
einen Selbstmordversuch, indem er sich die linke Puls-
ader öffnete, doch wurde der Versuch noch rechtzeitig
entdeckt. Am nächsten Tage jedoch führte er seine
Selbstmordabsicht mit besserem Erfolg aus. Als er aus
seiner Zelle zum Verhör gebracht werden sollte,
schwang er sich in dem Augenblick, in dem der ihn
begleitende Wärter gerade nicht auf ihn blickte, aus
einem Flurfenster und stürzte in den gepflasterten Hof,
wo er mit einem Schädelbruch tot liegenblieb.
Daß der Attentäter früher Professor des Deutschen
gewesen war, genügte natürlich der deutschfeindlichen
Presse, um eine ausgiebige Deutschenhetze zu ver-
anstalten. Es wurde behauptet, Holt sei Deutscher ge-
wesen, ja eine Zeitung verstieg sich sogar soweit, zu
erklären, er sei ein unter falschem Namen im Lande
verbliebener deutscher Austauschprofessor. Auch
brachten die Zeitungen heraus, daß er in der letzten
Zeit vor dem Attentat mehr Geld verbraucht habe,
als seinem Gehalt nach zu erklären, und daß er ins-
besondere dauernd umhergereist sei. Da sich um jene
Zeit Morgan bereits als Munitions- und Finanzagent
der Alliierten betätigte, fahndete man nach einer
deutschen Organisation, die Holt zu dem Mordversuch
angestiftet und ihm das Geld dazu gegeben haben
sollte, jedoch vergeblich.
Die Verwundungen Morgans waren im übrigen un-
gefährlich; er war in wenigen Wochen vollständig
wiederhergsestellt.
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