Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

auftragt zu sein, den Krieg zu beendigen. Gegen Mor- 
gan persönlich habe er gar nichts, er wolle nur durch 
derartige Terrorakte zur Beendigung des Weltkrieges 
beitragen. Er gestand auch ein, bereits ein Spreng- 
stoffattentat gegen das Kapitol in Washington verübt 
zu haben. Er machte durchaus den Eindruck eines 
Wahnsinnigen. Im Gefängnis verübte er am 6. Juli 
einen Selbstmordversuch, indem er sich die linke Puls- 
ader öffnete, doch wurde der Versuch noch rechtzeitig 
entdeckt. Am nächsten Tage jedoch führte er seine 
Selbstmordabsicht mit besserem Erfolg aus. Als er aus 
seiner Zelle zum Verhör gebracht werden sollte, 
schwang er sich in dem Augenblick, in dem der ihn 
begleitende Wärter gerade nicht auf ihn blickte, aus 
einem Flurfenster und stürzte in den gepflasterten Hof, 
wo er mit einem Schädelbruch tot liegenblieb. 
Daß der Attentäter früher Professor des Deutschen 
gewesen war, genügte natürlich der deutschfeindlichen 
Presse, um eine ausgiebige Deutschenhetze zu ver- 
anstalten. Es wurde behauptet, Holt sei Deutscher ge- 
wesen, ja eine Zeitung verstieg sich sogar soweit, zu 
erklären, er sei ein unter falschem Namen im Lande 
verbliebener deutscher Austauschprofessor. Auch 
brachten die Zeitungen heraus, daß er in der letzten 
Zeit vor dem Attentat mehr Geld verbraucht habe, 
als seinem Gehalt nach zu erklären, und daß er ins- 
besondere dauernd umhergereist sei. Da sich um jene 
Zeit Morgan bereits als Munitions- und Finanzagent 
der Alliierten betätigte, fahndete man nach einer 
deutschen Organisation, die Holt zu dem Mordversuch 
angestiftet und ihm das Geld dazu gegeben haben 
sollte, jedoch vergeblich. 
Die Verwundungen Morgans waren im übrigen un- 
gefährlich; er war in wenigen Wochen vollständig 
wiederhergsestellt. 
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