Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

„Nun, Herr Bischof“, sagte er höflich, „steigen Sie 
bitte in den Dienstwagen und fahren Sie nach New 
York.” 
Das tat der Bischof denn auch. 
Jay Cooke, der große Bankier aus Philadelphia, 
nahm in den Augen seiner Zeitgenossen ungefähr den- 
selben Platz ein wie später Morgan: in ganz gleicher 
Weise war er die entscheidende Autorität in Finanz- 
fragen, auch war er während des Bürgerkrieges die 
Hauptstütze der Regierung gewesen, Er hatte ein be- 
merkenswertes Talent für die Bearbeitung der öffent- 
lichen Meinung, er konnte ausgezeichnet die Ausgabe 
von Staatspapieren aufziehen und hätte selbst in einer 
Wüste noch Geschäfte gemacht. Nach ununterbrochen 
erfolgreichen Jahren fühlte er sich seines Monopols 
sicher und meinte, er werde niemals einen ernstlichen 
Konkurrenten in Amerika haben. 
Einige Jahre nach dem Bürgerkrieg brachte der 
Kongreß ein Gesetz durch, das die Rückzahlung der 
halben Milliarde Dollar ermöglichen sollte, die man 
geliehen hatte, um die Kriegskosten zu bestreiten. Der 
Zweck des Gesetzes war, in der Zinszahlung Erspar- 
nisse zu machen, indem die sechsprozentigen Schuld- 
verschreibungen gegen fünfprozentige umgetauscht 
wurden. Im Jahre 1871 gelang es Cooke, einen Teil 
dieser neuen Ausgabe unterzubringen. Allerdings nahm 
das Publikum das neue Papier mit ziemlicher Zurück- 
haltung auf, die meisten Schuldverschreibungen wur- 
den im Ausland abgesetzt. Zwei Jahre später kün- 
digte der Schatzsekretär George S, Boutwell eine neue 
Ausgabe von Schuldverschreibungen an und bat die 
Bankiers um Vorschläge. 
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