Full text: Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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An fertigen Producten wurden erzeugt: 
Alizarin .... 2,000.000 kg Anilinfarben . . 300,000 kg 
Anilinöl .... 640,000 - 
Von den Anilinfarben wurden 70—80 pCt. exportirt, 20—30 pCt. im 
Inlande verkauft. Von Alizarin wurden 80—90 pCt. hauptsächlich nach England 
exportirt; nicht unwesentliche Mengen wurden jedoch auch nach Amerika, Russ 
land, Frankreich, Holland, Spanien und Italien verkauft. 
Was die Leitung des Geschäfts anbelangt, so befindet sich dieselbe in erster 
Linie in den Händen der Besitzer. Unter diesen, fungiren für das kaufmännische 
Bureau ein Bureau-Chef und für die Fabrikation ein technischer Director. An 
der Spitze der Alizarin-Fabrik steht ein Chemiker als Leiter der ganzen Fabrik, 
während auf der Anilin-Fabrik jeder einzelne Chemiker in seiner Branche selbst 
ständig arbeitet und direct unter dem technischen Director ressortir!. Die Lei 
tung der mechanischen Werkstätte und deren Verbindung mit den Fabriken be 
sorgt ein Ingenieur. 
Jede Fabrik hat einen Oberaufseher, welcher die Personalien der Arbeiter 
hat, die Löhne ausbezahlt, die Krankenbücher führt u. s. w. 
In jedem Raum ist ein Aufseher; unter diesem stehen die Vorarbeiter und 
die Arbeiter. 
Der durchschnittliche Jahresgehalt eines Aufsehers, welche monatlich be 
zahlt werden, beträgt 1200 Mark; dieselben sind Mitglieder der Pensions-, je 
doch nicht der Krankenkasse. 
B. Die Fabrikrämne. 
Das System der für die ganze Fabrik-Anlage am meisten zur Verwendung 
gekommenen Bau-Conslruction ist der sogenannte Shedbau oder das Sägedach 
(siehe Anlage B. 1.), welcher erlaubt, jede Grundüäche zu überdachen und durch 
die Beleuchtung von oben die vollkommenste Ausnützung der Räume ermöglicht. 
Die Stockhöhe beträgt bis zur Dach-Construclion ca. 5 Meter:, die nach Bedürfniss 
auf den Dachfirsten angebrachten Dachreiter erlauben eine ausreichende Ventila 
tion. Ausserdem durchzieht ein System von unterirdischen Kanälen die Fabrik- 
Anlagen, welche die Feuergase den 30—50 .M. hohen Kaminen zuführen und 
alle sich local entwickelnden Gase aufnehmen. Reactionen, bei welchen sich be 
lästigende Gase entwickeln, werden in geschlossenen Gefässen vorgenommen, die 
in die unterirdischen Kanäle ihren Abzug haben. 
Der Boden sämmtlicher Fabrikräume ist durch eine Doppellage in 
Gement gelegter Backsteine gegen das Eindiingen von Flüssigkeiten ge 
schützt und mit einer grossen Anzahl cementirtor Rinnen durchfurcht, welche das 
Stagniron von Flüssigkeiten verhindern. Die Seitenwäude sind mit Kalk verputzt 
und werden in allen Räumen mit starker Gas- und Staubentwicklung zweimal 
jährlich geweisst. Nach einer, gewöhnlich nach zwei Richtungen besitzen die 
Seitenwände grosse Thore, welche in Verbindung mit den Dachreitern einen 
wesentlichen Bestandiheil der Ventilation bilden. 
Bei der Höhe der Räume reicht diese Vorkehrung in den meisten Fällen aus; 
sind die sich entwickelnden Gase an und für sich oder durch ihre Concentration
	        
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