Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Entfernung, daß der Bahnkörper der einen Linie von 
dem der anderen aus gesehen werden konnte. 
Sobald die Strecke in Betrieb gesetzt worden war, 
begann die Gesellschaft, die Tarife zu drücken, um 
den Verkehr von der Central zu sich herüberzuziehen. 
Infolge der außergewöhnlichen Niedrigkeit ihrer Tarife 
gelang ihr das auch in beträchtlichem Maße. Aber die 
Tarife waren so sehr gedrückt worden, daß schließ- 
lich die West Shore unter Zwangsverwaltung gestellt 
werden mußte und die Central vor dem Bankrott 
stand. Vanderbilt und Präsident Chauncey M, Depew 
suchten vergeblich nach einem Ausweg aus dieser ge- 
fährlichen Situation, 
Was der New York Central widerfuhr, spielte sich 
ganz ähnlich in anderen Teilen des Landes ab, Die 
meistenEisenbahnen waren aus einer mehr oder weniger 
lockeren Verschmelzung verschiedener kurzer Linien 
mit einer durchschnittlichen Länge von nicht mehr als 
50 bis 80 Kilometer hervorgegangen. Sie waren 
schuldenüberlastet und von rücksichtslosester Kon- 
kurrenz bedroht, der sie mit den gleichen Waffen ent- 
gegentraten. Jedenfalls ähnelte die Lage im Eisen- 
bahnwesen am Anfang der achtziger Jahre einem 
Irrenhausbetrieb. Und am Ziel des Weges stand der 
Bankrott — für die Gerechten sowohl wie für die 
Ungserechten. 
Sechstes Kapitel 
CHAOS UND RUIN IM EISENBAHNWESEN 
Ankans Juni 1885 kehrte Morgan von seiner ge- 
wöhnlichen Reise nach London und dem euro- 
päischen Kontinent nach New York zurück. An dieser 
einfachen Feststellung einer Tatsache ist nichts, das 
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