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Jciplin (Baumlvolle, Viehzucht, Seide).
wird indes namentlich nach England
ausgeführt. Dorthin gingen 1877:547,000
kg, 1878:900,000kg. Der Gesamtexport
bezifferte sich dein Wert nach 1877 auf
917,152 Mk.. 1878 auf 424,432 und 1879
auf 566,612 Mk. Hauptcrporthafen für
diesen Artikel ist Nagasaki. Ein Schluß
auf den großen Umfang des Tabakbaus
läßt sich aus dem Ertrag der Tabaksteuer
entnehmen, welcher im Budget für 1880 auf
1,731,033 Mk. berechnet war. Die Steuer
wird als Gebühr für die von Fabrikanten
und Detaillisteil zu lösenden Erlaubnis
scheine erhoben sowie als Stcmpelgebühr
für die bei dem Dctailverkauf iu Anwen
dung zu bringende Emballage. Letztere
beträgt 5 Proz. vom Wert. — Baum
wolle gedeiht im S. bis zum mittlern
Nippon; sie ist kurzfaserig, aber reiner zu
bereitet und schöner als die chinesische. Der
Verbrauch im Land ist ein sehr bedeuten
der, er wird auf 65 Mill. Pfd. oder 1,98
Pfd. pro Kopf berechnet und die Zufuhr-
bon Garncil, Geweben rc. ares England
auf 20 Mill. Pfd., wonach sich der Total
konsum auf 85 Mill. Pfd. berechnen würde.
,\Oi neuester Zeit sind drei Baumwollspin-
uereien imb Webereien in Awaji angelegt
worben, indes hat sich der Import fremd
ländischer Baumwollwaren deswegen nicht
verringert. Die Zufuhren von Baumwoll
waren, namentlich Garn (1879 für 20
Mill. Mk.), werteten 1877 : 34,a Mill.,
1878: 49,9 Mill, und 1879: 48.8 Mill.
Mk. Die Engländer, mit denen die Chi
nesen zu konkurrieren versuchen, beherr
schen mit ihren Fabrikaten aus Glasgow
und Manchester den Markt vollständig.
Die Viehzucht spielt eine sehr unter
geordnete Rolle, da sich der Japaner der
Fleischnahrung fast gänzlich enthält. Der
Viehstand wird für 1879 folgendermaßen
angegeben: Pferde 826,653, Rinder
1.077,358, Schweine 2069. Schafzucht
ward erst vor wenigen Jahren durch einen
Amerikaner eingeführt, doch gedeihen die
Herden (ca. 6(X)0 Stück, meist mongoli
scher Rasse) recht gut. Jedenfalls müßte
die Schafzucht bei dem steigenden Verbrauch
Wollwaren sehr lohnend werden. Die
Anfuhren (zum starken Teil deutsch) wer
teten (in Millioneil Mark):
1877 1878 1879
Wollwaren . . . 15,2 17,2 16,2
Halbwollwareir . . 6,8 4,« s' 8
Tuchfabriken wurden in neuester Zeit iu
Sensi und Tokio errichtet, darum "nimmt
auch die Einfuhr von Tuch ab; Musseline
werden aber immer stärker zugeführt, 1879
aus Deutschland, lvo man (in Greiz) sich
jetzt besser auf das Färben versteht, für
3 Mill. Mk.
Bei weitem der wichtigste Artikel deS
Exports istaberS e i d e, deren Ausfuhrwert
nahezu der Hälfte des Werts sämtlicher
Exportartikel gleichkommt. Die jährliche
Gesamtproduktion ist nicht genau bekannt.
Ein Konsularbericht gibt sie auf 41,145
Ballen zu 50 kg an, wovon 40 Proz.
zur Ausfuhr gelangen und 60 Proz. dem
einheimischen Konsum verbleiben. Im
Norden des Landes sind cs hauptsächlich
die Provinzen Uzen, Mutsn und Jwa-
schiru, im centralen Teil Schinschiu, Jo-
schiu lind Musaschi, im Süden aber nur
wenige, welche sich mit der Seidcnpro-
duktion befassen. Eine Verbesserung der
hergebrachten Spinnsysteme wllrdc 1871
durch die Errichtung einer großen Fila-
tur in Tomioka seitens der Regierung
nach europäischem System mit den neue
sten französischen Maschinen angebahnt,
und im Lauf der Zeit sind iu fast allen
Distrikten von japanesischen Industriellen
mehr oder weniger bedeutende Filaturen
errichtet worden. 1877 gab es in ganz
I. 56 Seidenspinnereien, davon 27' mit
Dampfbetrieb. Die schon genannte zu
Tomioka beschäftigt 480 Arbeiter, hat
300 Kessel und verbraucht 300 Ballen
jährlich. Zwei andre Filaturen sind mit
je 200, eine mit 150 und noch zwei mit
je 100 Kesseln ausgerüstet. Hauptkonsu
ment der Filaturseide ist Lyon, in letzterer
Zeit geht jedoch auch ein gewisser Teil
nach New Pork, wo der Verbrauch japa-
uesischer Seide iu stetem Wachsen begriffen
ist. Der Export stieg von 35,1 Mill. Alk.
in 1878 auf 44,0 Mill. Mk. in 1879. -
Außer diesem Handel mit Rohseide besteht
ein starker Export von Sei den raupe n-
ciern. Die Ausfuhr ist erst seit 1865
freigegeben, bis dahin war sie bei Todes
strafe verboten. Die erstell Kartons, ca.